#67 Selbsthilfe, Sprache und Zugehörigkeit
Warum suchen Menschen, die schon lange in Deutschland leben – manche sogar hier geboren – Unterstützung in Selbsthilfegruppen in ihrer Herkunftssprache? Warum fällt es manchmal leichter, über Schmerzen, Ängste oder Stress in der eigenen Sprache zu sprechen? Und wie beeinflussen kulturelle Rollenbilder, besonders bei Männern, die Bereitschaft, Hilfe anzunehmen? In dieser Folge von Echte Stimmen hören wir zwei Perspektiven:
Kazım Erdoğan ist Psychologe, Sozialarbeiter und Gründer von Aufbruch Neukölln und spricht über die erste Selbsthilfegruppe für türkische Männer, mit der er Räume für Dialog, neue Vaterrollen und gesellschaftlichen Zusammenhalt schuf. Für sein Engagement gegen Ausgrenzung und Gewalt wurde er 2012 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Und Taylor Coburn aus den USA spricht über ihr Verständnis von Selbsthilfe und wie sie durch das Berliner Selbsthilfenetzwerk nachhaltig ihren Umgang mit psychischer Gesundheit veränderte und Stigmatisierung überwand. Heute leitet sie bei SEKIS Berlin die von ihr gegründeten Berlin Mental Health Labs, die Menschen mit Migrationshintergrund dabei unterstützen, eigene Initiativen zur psychischen Gesundheit zu entwickeln und Selbstermächtigung zu leben.
Eine Folge über Sprache, Zugehörigkeit und den Mut, Hilfe anzunehmen.