00:00:13: In Berlin und hier im Podcast brechen wir viel über mentale Gesundheit.
00:00:17: Aber manche Themen bleiben weiterhin im Verborgenen, eines davon ist der problematische Umgang mit Pornografie.
00:00:23: Dabei zeigen Studien dass Pornokonsum weit verbreitet ist und ein relevante Anteil der Bevölkerung einen problematischen Konsum entwickelt also ein umgang der sich nicht mehr gut kontrollieren lässt und das eigene Leben belastet.
00:00:37: Und trotzdem wird kaum darüber gesprochen.
00:00:40: viele Betroffene erleben Charme Unsicherheit und das Gefühl allein zu sein.
00:00:45: Dabei ist Pornosucht kein persönliches Versagen, sondern ein Thema über das man sprechen kann – und für dass es Unterstützung gibt!
00:00:52: In dieser Folge schauen wir aus drei Perspektiven auf das Thema.
00:00:56: Ich spreche mit Matthias als Betroffenem,
00:00:58: mit
00:00:58: Carina als Angehörige und mit Gordon vom Zentrum für Verhaltenssucht der das ganze fachlich einordnet.
00:01:05: Schön, dass ihr zuhört.
00:01:06: Und damit herzlich willkommen zu Echte Stimmen dem Berliner Selbstheer für Podcast.
00:01:10: ich bin Anna, eure Moderatorin.
00:01:15: Ich spreche als erstes mit Matthias.
00:01:17: Matthias ist einundvierzig Jahre homosexuell und besucht seit einem Jahr eine Selbsthilfegruppe zum Thema Pornosucht.
00:01:23: Matthías, schön dass du da bist!
00:01:25: Hallo!
00:01:25: Matthias, Du bist im Januar zwanzig vierundzwanzig zur Beratung und später dann in eine Selbst Hilfegruppe im Zentrum für Verhaltensüchte gegangen.
00:01:34: Wann und wie hast Du zum ersten Mal gemerkt, dass Dein Umgang mit Pornografie für Dich problematisch geworden ist?
00:01:39: Ich glaube das das sogar sehr früh war.
00:01:42: ich hatte vor allem schon immer Probleme mit der Erektion und ein Symptom der Ponosucht kann auch eine Erektionsproblematik sein.
00:01:53: Und hatte tatsächlich mal einen anderen Podcast gehört, wo sie darüber gesprochen haben und bin mir dann so ein bisschen klar geworden okay ich scheine langsam irgendwie Probleme mit dem Pornografiekonsum zu entwickeln.
00:02:05: Erst richtig schlimm wurde es dann Anfang von zwanzig vierundzwanzig, sodass ich dann wirklich exzessiv so viel Pornos konsumiert habe.
00:02:11: Dass darunter sowohl mein Privatleben als auch mein Berufsleben gelitten hat und ich dann entschieden habe okay Ich muss jetzt hier einen Cut machen.
00:02:18: Ich muss mir Hilfe suchen.
00:02:20: Was bedeutet exzessive genau?
00:02:21: Wieviel Zeit wie viele Pornose... Wievier Zeit hat das in Anspruch
00:02:25: genommen?
00:02:26: Das ist von bei mir.
00:02:28: was tatsächlich so dass sich vor allem mehrmals täglich Pornos konsumiert habe und dann halt nicht die Wohnung verlassen habe oder nicht zur Arbeit gegangen bin, mich krank gemildert habe.
00:02:40: Das kann aber auch sein dass Leute einfach Stunden am Stück Pornus konsumieren oder die ganze Nacht weg.
00:02:46: Bei mir ist es eher so das es mehrmals täglich passiert dafür aber nicht allzu lange.
00:02:51: Diese Erektionsstörung war das so das erste Anzeichen?
00:02:54: Oder was waren für dich erste Anzeichnen, die du damals noch nicht richtig einordnen konntest?
00:02:58: Ich glaube erste An Zeichen sind halt im Allgemeinen Sex anders empfindet als beim Porno-Konsum.
00:03:05: Irgendwie hat man auf einmal das Gefühl, dass die Pornos einfiel für mehr erregen als vielleicht der Sex mit einem echten Partner.
00:03:11: und die Erektionsproblematik hat bei mir noch andere Ursachen.
00:03:14: aber die kann durchaus auch halt durch den Pornokonsum viel verschlimmert werden.
00:03:18: Und ich habe dann auch bereits vor zwanzig vierundzwanzig mehr Hilfe gesucht in Bereich der Urologie und hatte auch eine Operation.
00:03:25: Aber die Problematik hörte halt nicht auf.
00:03:27: Und erst, als ich dann ... ... zwanzig-vierundzwanzig gemerkt habe okay so kann es nicht weitergehen.
00:03:32: krieg mein Alltag nicht mehr geregelt ohne dass sich halt Pornos konsumiere um meinen Gefühlswelt in klaren Zuhalt behalten.
00:03:41: erst dann bin ich in die Karitas damals gegangen
00:03:44: Gab es für dich ein Leben vor der Pornosucht?
00:03:47: Und wenn ja, wie unterscheidet sich das?
00:03:49: Tatsächlich, wir leben in Zeiten des Internets.
00:03:52: Das heißt, es gab ... Für mich, der sogar ich bin, nachts, vierundachtzig geboren, meine Großteil der Jugend ohne Internet aufgewachsen ist.
00:04:00: Aber gerade in meinen jungen Jahren hat Internet immer eine große Rolle gespielt.
00:04:03: Das heisst, für mich war ein Pornus einfach immer allgegenwärtig.
00:04:06: Wenn man nicht weiß, dass man ein Problem hat, dann fühlt man auch nicht, Ich masturbiere und gucke dabei Pornos.
00:04:16: Und das ist auch immer noch bei vielen Leuten so, als normal empfunden wird.
00:04:20: Problematisch wird es ja erst wenn das Privatleben oder ein anderes oder andere Person in Mitleidenschaft gezogen
00:04:28: werden.
00:04:29: Du hast ja gerade schon gesagt du hast dich auf der Krank gemeldet und sich sozial isoliert gefühlt.
00:04:34: Worin bestand bei dir noch der Leidensdruck?
00:04:37: Das Problem ist, bis man realisiert, dass man pornosüchtig ist, gibt es den Leidensdruck eigentlich nicht.
00:04:43: Man hat ja einfach normalen Pornokonsum.
00:04:45: Man empfindet das als normal.
00:04:47: Das ist nichts wofür man sich versteckt vielleicht?
00:04:51: Natürlich redet man darüber nicht.
00:04:52: Es ist nichts, worüber man großartig mit Freunden oder Partner redet.
00:04:58: Aber sobald man realiziert, ich kann das nicht mehr kontrollieren!
00:05:02: dann entsteht halt der Leidensdruck.
00:05:04: Und viele Dinge, die ich erst gelernt habe, die durch den Pornokonsum ausgelöst werden, ist man sich ja nicht bewusst, dass sie das durch den Pornoßkonsum sind,
00:05:13: Störungsschwank.
00:05:14: Also da gibt es ganz viele verschiedene Symptomatiken, die tatsächlich auch Grundlage des Pornokonsums sein können.
00:05:20: Und man ist sich aber nicht bewusst bei dieser Zusammenhang soweit auseinanderlegt, dass das da einen Zusammenhang gibt.
00:05:26: Wichtig ist es halt gerade bei mir und das sehe ich auch bei Personen in der Selbstdruckverrufung.
00:05:32: Aber ich rede jetzt eher von mir.
00:05:34: Ich habe irgendwann nicht mehr gelernt mit Stresssituationen umzugehen ohne mein Sucht verhalten zu befriedigen.
00:05:40: Das kann sowohl emotionaler Stress sein Stress durch die Arbeit.
00:05:44: Das kann aber auch, wenn man sich alleine fühlt lange Weile hat.
00:05:47: Man greift dann zum Porno um das berühmte Dopamin bei all den Süchten und dann sozusagen diesen Dopaminausschuss zu kriegen und
00:05:56: dann
00:05:57: geht es einem kurzzeitig besser.
00:05:59: Und so rutscht man halt immer wieder in die gleichen Verhaltensweisen weil man sich den Problemen, die man hat vielleicht anders nie gelernt hat zu stellen.
00:06:08: Dadurch hatte er bereits erwähnt.
00:06:09: Die Pornos waren sehr früh in meinem Leben anwesend Und gerade hier ist, glaube ich ... Wenn man halt jung ist und nicht lernt.
00:06:16: Okay, wie gehe ich mit Stress um?
00:06:18: Wie gehe ich mir Einsamkeit um?
00:06:22: Und dann immer wieder zu diesem Suchtmittel greift.
00:06:25: Dann empfindet man das Eier immer noch als entspannende Kaffee.
00:06:30: Also es ist ja nichts was man als negativ, wir haben ja alle ... Ich komme aus einer Generation, wo auch Selbstbefriedigung nicht so scham behaftet ist.
00:06:38: Ich schäme mich nicht dafür selbstbefriedigungen, Masturbation oder Pornos zu konsumieren aber natürlich merkt man irgendwann okay ich habe jetzt hier eine Schwelle überschritten wo ich eine Kontrolle verloren habe oder die.
00:06:48: das Suchtmittel ist zweckinfremdet.
00:06:50: es ist nicht mehr dafür da meine Libido in irgendeiner Form zu stimulieren oder zu befriedigen sondern Ich benutze das auf einmal für was ganz anderes, um irgendwelche negativen Gefühle auszublenden oder entgegenzuwirken.
00:07:04: Bis man diesen Moment begreift, bis man an diese Stelle kommt kann das durchaus sehr lange dauern.
00:07:09: ich glaube vielen in unserer Gesellschaft ist nicht bewusst dass es so eine Verbindung gibt.
00:07:14: Du hast gerade gesagt der Leidensdruck bei dir darin bestanden und du dich mehr sozial isoliert hast, dass du dich auf die kranke meldet hast Stimmungsschwankungen.
00:07:23: Wie ist das bei dir im Beziehung?
00:07:27: Beziehungen, Partnerschaften oder so ausgewirkt?
00:07:30: Tatsächlich hatte ich bis jetzt immer nur kurzzeitig Beziehung.
00:07:34: Keine wirkliche Langzeitbeziehungen.
00:07:37: Nun ist Berlin eine sehr offene Stadt.
00:07:39: Das heißt, ich kann durchaus Partner für Sex kennenlernen und da hat das eigentlich keine Rolle gespielt.
00:07:47: Und auch da hat mir die Erektionsprobleme nicht eine große Rolle gespielen wenn man den passiven Partner sozusagen im Passiven Markt einnimmt.
00:07:54: Aber ich weiß bei vielen anderen, dass das durchaus eine große Problematik sein kann.
00:07:59: Du hast gerade schon von Kontrollverlust erzählt und das Scham jetzt für dich nicht so das Thema war?
00:08:06: Was war oder ist denn emotional besonders herausfordernd für dich im Hinblick auf die Sucht?
00:08:11: Tatsächlich mit dem Moment wo man sich entscheidet, ich habe ein Problem, ich brauche Hilfe, ich gehe irgendwo hin und such mir Hilfe beschäftigt man sicher mit der Materie.
00:08:19: Man findet raus.
00:08:20: okay was es sucht wie ... verhält sich Sucht im Körper.
00:08:25: Und sowohl in der Karitas, wo ich die Betreuung hatte und die erste Gruppe steht natürlich die Abstinenz immer an den Vordergrund.
00:08:33: Wenn man dann aber auf einmal merkt, man kann gar nicht so einfach aufhören.
00:08:37: Man kann gar nie mal sagen ja okay jetzt mach halt nicht!
00:08:41: Das ist schon frustrierend.
00:08:43: also man merkt einfach okay hier ist was was mich kontrolliert das ich überhaupt nicht beeinflussen kann.
00:08:49: Gerade in der Pornosophie, sagen wir mal, der gute Wille, die Willenskraft ist so leicht brechbar.
00:08:54: Das ist tatsächlich relativ schwierig nur mit einfachen Willen.
00:08:59: Dadurch haben wir auch oft dann Blocker auf dem Telefon, dass man sozusagen keine pornografischen Inhalte sehen kann oder auf dem Computer sperren, bestimmt noch andere Wege um den Zugang einzuschränken.
00:09:13: Das größte Problem für mich Sexualität ist ja nichts, was man einfach wegstreichen kann.
00:09:20: Wenn ich kein Alkohol mehr trinken will, dann gehe ich einfach keinen Alkohl mehr
00:09:23: kaufen.
00:09:24: Aber Sexualität is so'n wichtiger Bestandteil in unserer Gesellschaft und für uns als Menschen das natürlich die Schwelle zwischen der normalen Sexualität und dem, was der Körper eigentlich als Pornokon sozusagen zweckimpf fremdet... ...ist so dünn dass man immer aufpassen muss nicht wieder immer wieder in diese Gedankenmuster zu rutschen.
00:09:44: Ich will jetzt wieder doch lieber ein Porno gucken Gerade Social Media Filme.
00:09:49: Wir besprechen oft in der Gruppe, wie gefährlich ist es, anreizende Aufnahmen zu sehen?
00:09:54: In Social Media leicht begleitete Personen zu trinken weil sofort im Gehirn der Schalter umgelegt wird.
00:10:00: Anstelle zu sagen ich finde das jetzt sexy und dann ist gut.
00:10:03: Sofort muss ich ein Porno gucken.
00:10:05: Ich hätte noch einen Hinweis zum Leidensdruck.
00:10:08: also was man halt selber realisiert Was ich vor allem auch gemerkt habe über die Zeit ist, dass meine Schwelle was sich im Internet als stimulierend empfinde immer höher rutscht.
00:10:20: Es gibt immer das berühmte Beispiel, man macht noch einen Tapp auf am Computer um den nächsten besseren Inhalt zu finden.
00:10:29: Irgendwann hat man zwanzig Tapps auf während man masturbiert und sozusagen das perfekte pornografische Bild oder das pornographische Video zu finden und man merkt einfach wie wie exzessiv das dann betrieben wird.
00:10:42: Das ist etwas, was ich auch recht früh schon bemerkt habe und versucht hab zu kontrollieren.
00:10:47: Und was dann viel schlimmer wird, ist halt dass die Inhalte einfach immer extremer werden.
00:10:52: Das glaube ich in vielen Süchten so.
00:10:55: Irgendwann reicht das Bier nicht mehr aus und da muss man schnappstrinken.
00:10:57: Bei uns ist es nicht anders.
00:10:59: Wir selber merken okay, was mich früher vielleicht noch erregt hat, wird irgendwann...das nimmt ab!
00:11:04: Das kann erreicht irgendwann nicht mehr.
00:11:06: Die Inhalte, die man sonst guckt, reichen irgendwann nicht an.
00:11:10: Man muss immer wieder neue Inhalten rutschen und irgendwann rutscht man in Bereiche wo man sich danach fragt ja ist das wirklich was ich will?
00:11:18: Ist das wirklich etwas mich sexuell interessiert oder dann kommt schon so ein Schamgefühl hinzu sozusagen nee das will ich jetzt nicht sehen gerade bei mir grade alles was so in Richtung nicht Gewalt geht aber aber so in richtung sehr aggressiver Sex, der dann in Pornos heute zutage oft dargestellt wird.
00:11:38: Es ist eigentlich gar nicht das was ich in einer Partnerschaft und mit einem Partner möchte.
00:11:42: aber während ich Pornus konsumiere sagt mir halt mein Gehirn, dass willst du jetzt?
00:11:46: Das musst du gucken!
00:11:47: Das ist jetzt das Beste und Tollste und gibt dir den größten Kick sozusagen.
00:11:51: Ich finde es total spannend so bei vielen.
00:11:53: was du gerade gesagt hast erinnert mich an Essstörung.
00:11:56: Gerade wenn du sagst, Sexualität gehört ja so zum Leben Genauso wie das Essen, viel die zuckersüchtig sind oder andere Formen der Erstörung haben.
00:12:08: Insbesondere so das Thema Zuckersucht... Wir sind ja den ganzen Tag damit konfrontiert, dass wir essen müssen.
00:12:15: Manchmal ist es wie dieser Tropfen Alkohol, der diese Gier auslöst.
00:12:19: So ist das bei Zucker oder Nahrungsmittel über den Hunger hinaus zu essen und sofort ist die Gier wieder so da, sodass man mehr braucht?
00:12:28: Bei mir ist ganz interessant, man konditioniert sich richtig irgendwann.
00:12:33: Ich hab irgendwann in den Dreißigern, ich war Mitte dreißig gelernt ... Ich habe sehr viel Bonus am Computer.
00:12:39: konsumiert.
00:12:41: Und irgendwann habe ich gemerkt, ich kann gar nicht mehr so gut im Liegen zum Orgasmus kommen wie es im Sitzen kann.
00:12:47: also mein ganzer Körper hat sich komplett umprogrammiert.
00:12:50: man merkt dann halt okay ich funktioniere nicht mehr auf dem normalen Wege wie sonst funktioniert.
00:12:54: und was habe ich gemacht?
00:12:55: Ich hab bei Pornos im Bett konsumierte.
00:12:57: Im Liegen!
00:12:58: Um sozusagen dagegen zu steuern, dass er einen sich total dämlich ist.
00:13:01: aber gerade außerhalb in der Gesellschaft man lässt sich so leicht und schnell dazu verleiten wieder Porno zu gucken weil die Werbung leicht bekleidete Frauen in der Werbung für heterosexuelle Männer.
00:13:12: Gerade bei mir im Berlin hat eine große Schwulenszene, die sehr offen damit umgeht und sehr offen sexuell ist.
00:13:21: Und es gibt Bars in den laufend Pornofilme im Hintergrund.
00:13:25: Das ist einfach normal das ist okay!
00:13:27: Für mich ist es mittlerweile ein Problem.
00:13:29: ich könnte durchaus dadurch getriggert werden.
00:13:31: ja heute schaffe ich das heute kann ich das bewältigen.
00:13:34: Und genau diesen Weg, das ist total schwierig da sein Gehirn wieder auf die Normalität zu konditionieren.
00:13:41: Das dauert.
00:13:42: ein großes Problem in der Gruppe ist dass die Leute halt denken naja dann gucke ich halt zwei Wochen mal kein Paar und dann ist alles wieder okay.
00:13:51: Wir reden hier über Monate oder Jahre um sozusagen wieder den Weg zurückzufinden zu einer normalen Sexualität mit sich selber und mit der Partner oder der Partnerin.
00:14:01: Du hast gerade von Blockern geredet die du installierst, damit du keinen Zugriff darauf hast.
00:14:07: Du setzt doch den Blocker oder?
00:14:09: Kannst du ihn dann nicht auch einfach wieder...
00:14:11: Wenn man einen guten Blocker hat, ist der Passwort geschützt und da denkt man sich halt ein Passwort aus.
00:14:16: was man nicht weiß heftet das Passwort weg und dann ist gut.
00:14:19: Man muss wie mit Hedersucht sich einfach Barrieren setzen.
00:14:24: ganz oft ist dieser Impuls ich kompensiere einen Pono oder Pornografie kann ja sonstwas sein Der ist da.
00:14:33: Aber wenn ich jetzt dafür erst mal meinen Ordner aufmachen muss, um das Passwort zu suchen.
00:14:37: Um es dann irgendwo einzutippen und den Block abzumachen ... Das kann so eine große Hemmschwelle sein in der ich mich hinterfrage will ich das eigentlich?
00:14:46: Umso mehr wir uns Hindernisse in den Weg stellen ist es einfacher für uns, den Pornokonsum zu kontrollieren.
00:14:53: Funktioniert das tatsächlich?
00:14:54: Funktionier tatsächlich bei mir.
00:14:57: Ich hab ein iPhone und es ist so schwierig auf dem iPhone Dinge auszublenden.
00:15:03: Man braucht halt administrationsrechte vor dem Telefon und es ist echt schwierig, ein Handy pornofrei zu kriegen.
00:15:10: also man mag's kaum glauben wir reden in unserer Gruppe oft darüber.
00:15:13: ich brauche so einen Dampfen ohne Internetzugang ohne Browser nur WhatsApp von mir aus um nicht die Gefahr zu laufen auf eine Seite zu gehen die halt pornografische Inhalte darstellt.
00:15:26: für viele reicht ja schon Instagram aus oder Twitter jetzt X ... wo schon anreizende Aufnahmen da sind, die dann schon ... ... jeder muss sich so seinen Schwellen wertsetzen.
00:15:38: Was ist für mich Pornografie?
00:15:39: Was is' für mich Erotik?
00:15:40: Was kann ich noch händeln und was kann nicht händeln'?
00:15:43: Ich selber hab Instagram deinstalliert einfach weil ich sowieso gemerkt habe dass Social Media nicht gut ist... Und andere haben halt gesagt nö das damit kann ich umgehen.
00:15:52: Blocker ist tatsächlich ein großes Problem!
00:15:55: Es ist sehr schwierig das Internet und auch mein Telefon pornofrei zu kriegen.
00:16:01: Wir reden über viel Geld.
00:16:02: Ich hab selber den Einblocker nicht bestellt, der kostet die App über hundert Euro und achtzig Euro.
00:16:08: Den sich bei uns Gruppenteilnehmer gekauft haben um ihr Handy freizukriegen.
00:16:14: Wow!
00:16:14: Ich find's toll dass das scheinbar so ein wirksames Werkzeug doch ist womit es funktionieren kann weil er wo du gerade gesagt hast naja dann speich kompliziertes Passwort ich hefte mir das irgendwo ab und da ist die Barriere höher.
00:16:27: Ich kenne das selber aus der Zuckersucht zum Beispiel.
00:16:30: Ich habe mir so viele Sachen, ich hab die Sachen auf den Hängeschrank oben wo man schwerer rankommt.
00:16:34: dann habe ich die Sachen in den Keller getan wo ich erstmal runterlaufen muss.
00:16:38: Aber die Sucht ist wie Wasser.
00:16:40: Die sucht sich seinen Weg und wenn der Druck, die Gier so hoch ist dann gehe ich auch spät abends um einundzwanzig Uhr dreißig laufe ich eine halbe Stunde zum Supermarkt, um mir dann halt irgendwas Zuckerhaltiges zu holen oder gehe halt natürlich neben Keller.
00:16:54: also da ist dann gefühlt keine Barriere zu hoch, wenn der Suchtdruck stark ist Und bei Instagram kenne ich das
00:17:02: z.B.,
00:17:03: Ich habe das auch mal eine Weile irgendwie gelöscht Dann landete mein Daumen auf einmal bei LinkedIn.
00:17:09: Hab ich nie genutzt!
00:17:10: So, ne?
00:17:11: Und jetzt hab' ich tatsächlich Instagram deinstalliert.
00:17:15: Das heißt ... Ich habe es nicht mehr auf meinem Handy, ich hab das zwei Wochen lang gehabt und auf einmal kam mich auf die selten dämliche Idee... Es gibt ja noch ein Browser.
00:17:25: Und ich dachte durch das Deinstallieren ist das Passwort und so muss ich ja nicht mehr eingeben.
00:17:29: aber dummerweise war's im Browser noch ohne Passwortengabe einfach da.
00:17:35: Man ist so gut darin, gerade wenn man Verhalten-Süchter hat die Lücken zu finden.
00:17:41: Ja.
00:17:42: Das ist tatsächlich ... Ich hab beim Buch gelesen, da ging es darum, dass es reizvoll ist, die Lücke zu finden, denn dann wird's auf einmal eine Aufgabe zu einer Mission.
00:17:52: Ich kann das noch ganz gut halten.
00:17:55: Die Lücken sozusagen.
00:17:57: im Moment habe ich keinen Blocker auf dem Telefon.
00:17:59: Ich bin auch nicht in der Phase, in der ich abstinenz bin, aber es ist wesentlich regulierter.
00:18:04: Also es ist halt nicht mehr in dem exzessiven Zustand, indem ich mal früher war.
00:18:09: Und ich strebe aber trotzdem die Abstinenz an.
00:18:12: Aber es ist ein Stück für Stück Prozess das dauert.
00:18:15: Ja, es ist total emotionsabhängig ob ich jetzt gerade in der Lage bin meinem Suchtverhalten zu widerstehen oder nicht und man muss dann vor allem lernen mit den Emotionen.
00:18:26: warum will ich denn jetzt einen Pornokonsumieren?
00:18:29: Bin ich jetzt traurig?
00:18:30: Bin alleine?
00:18:31: Bin gestresst?
00:18:32: Wie gehe ich damit um anstelle des Pornos?
00:18:34: Und da haben viele mich mit eingeschlossen, das ist ein großer Lernprozess den wir lernen müssen.
00:18:41: Wie gehen wir damit um?
00:18:43: Nicht wieder in die Suche zu rutschen?
00:18:45: was müssen wir Neues erlernen?
00:18:47: Ich hatte auch eine zeitlang eine App, die basierte sehr auf einem System wo man sozusagen überwacht wird Über ist amerikanische App tatsächlich.
00:18:58: und wenn ich jetzt auf dem Browser etwas konsumiert hätte, was pornografisch wäre.
00:19:02: Hätte eine Vertrauensperson eine Nachricht bekommen?
00:19:06: genau Tatsächlich soll das sehr gut wirken Vor allem auch, weil wenn man eine Vertrauensperson hat, der man dann wirklich offen mit dem Thema rüberkommt.
00:19:14: Die könnte ja anrufen und sagen, geht's dir gut?
00:19:17: Was ist gerade los?
00:19:18: Warum ... Da war wiederum das Problem.
00:19:20: Ich war die Person, die die App abbo, achtzehn Euro im Monat.
00:19:24: Ich konnte jederzeit die App ausschalten.
00:19:26: Weil ich war der, der die App gekauft hat.
00:19:29: Und da gab es dann halt auch wiederum keine Regulierung.
00:19:32: Es fehlt immer so die Hand über sozusagen, die Hand, die wir noch über mir wäre um mich zu kontrollieren.
00:19:39: Es funktioniert auch über Mode, man kann über Mode mehr Kinderschutz einstellen oder bestimmte.
00:19:45: Und dann finden die Seiten in Deutschland immer einen Weg um diesen Kinderschütz zu vermeiden und das ist dann halt wiederum.
00:19:54: da kann man so viele Seiten auf reinschreiben wie man will.
00:19:57: am Ende findet der Provider dieser Internetseite irgendwie oder die Internetseiter ist dem es gar nicht bekannt dass das pornografische Inhalte zeigt.
00:20:08: Du hast gesagt, du bist aktuell nicht abstinent.
00:20:10: Gab es schon eine Phase der kompletten Abstinenz?
00:20:12: Es
00:20:12: gab Phasen, in denen ich vier Wochen, fünf Wochen ... Das war so das Maximum, was ich geschafft habe.
00:20:18: und dann kommt man an einen Punkt wo man dann so naja einmal Jetzt geht's ja einmal Dann ist er wieder okay Man unterschätzt das einfach.
00:20:28: Also es ist sehr schwierig.
00:20:29: Die Gruppe, in der ich derzeit bin wir sind auch eine abstinentsorientierte Gruppe.
00:20:34: Wir unterstützen uns dabei Abstinenz.
00:20:36: Aber wir schließen niemanden aus, der nicht Abstinenz ist.
00:20:39: Der Grad in der Konsumphasen nennt man das
00:20:41: dann.
00:20:41: Gibt es Menschen an eurer Gruppe die schon eine längere stabile Abstinenz?
00:20:46: Ja!
00:20:46: Wir haben tatsächlich Personen, die über ein Jahr hinweg abstinent sind...
00:20:52: Und was sind da die Erfahrungen?
00:20:54: Du hast gesagt, das ist nicht eine Sache der Kontrolle, der Disziplin.
00:20:59: Ich weiß nicht ... Wir haben in dem Podcast zum Medikamenten-Such
00:21:01: z.B.,
00:21:02: da hat die Person gesagt, es war auch eine Entscheidung!
00:21:07: Was ist das, wo du sagst oder bei den anderen von den anderen hörst, was hilft abstinente?
00:21:12: Ich
00:21:13: kenne viele bei den Partnerinnen eine Rolle spielen, die dann sozusagen okay wenn du das jetzt nicht unter Kontrolle kriegst.
00:21:20: Dann steht unsere Beziehung auf der Kippe und das ist natürlich so ein großer wichtiger Punkt.
00:21:25: weiter Suchtkontrolle weil man natürlich die Person nicht verlieren will dass es einem ne ganz andere Motivation gibt Und das hilft tatsächlich vielen Weil's ja nen extrinsischer Faktor ist Das ist sehr was was einem vom Außen auferlegt wird.
00:21:41: Zum Beispiel habe ich so einen Faktor nicht, also von außen bei mir kommt nichts.
00:21:44: Was sagt jetzt bitte keine Pornos konsumierend?
00:21:46: Sondern das sind alles eigene intrinsische Motivationen die ich entwickelt habe zu merken.
00:21:51: okay ich merke gerade hier läuft was schief.
00:21:55: Ich muss das kontrollieren.
00:21:56: wie gehe ich damit um?
00:21:57: Und was macht diesen intrinsischen Faktoren aus?
00:22:00: Irgendwann weiß man ja man hat ein Problem irgendwann weiß man ok das kann so nicht mehr weitergehen.
00:22:05: ich muss das irgendwie unter Kontrolle kriegen.
00:22:07: Nach der ersten Gruppenbetreuung in der Caritas war ich auch, die glaube ich bin im Juni oder Juli ausgeschieden und war ja bis November an keiner Selbsthilfegruppe.
00:22:18: Und habe dann gemerkt dass zum Beispiel diese Reflexion in der Gruppe total hilft dieses Gruppengespräch was man einmal die Woche führt und dann schnell gemerkt okay Ich muss wieder zurück zu einer Selbsthilfegruppe alleine kriege es nicht hin.
00:22:31: In Zukunft hätte ich gerne eine stabile Beziehung in der ich natürlich auch meine Sexualität normal ausleben möchte.
00:22:37: Und ich weiß, dass mein derzeitiger Pornokonsum mich daran hindert und das ist meine Motivation.
00:22:42: Viele berichten – und das kann ich nun nicht bezeugen, weil es noch nicht so lange pornofrei war -, dass sich das sehr viel Ausführung aufs Gehirn hat.
00:22:52: Wir sind wieder ambitionierter, emotionaler.
00:22:55: Wir können uns wieder besser konzentrieren.
00:22:59: Das kann tatsächlich durch den Pornokonsum verursacht sein.
00:23:02: Es kann durchaus sein, dass wenn ich morgens ein Pornoconsumiere beim Aufstehen das danach der ganze Tag im Eimer ist weil mein Gehirnschämie komplett kaputt ist und mich halt nicht konzentrieren kann und einfach sehr lethar gespinnen.
00:23:16: also das merke ich bei mir ganz oft, dass sich eher so in eine Litagi rutsche.
00:23:19: Durch die Abstinenz erhoffe ich mir, dass ich wieder mehr in so ein positives Leben rutsche.
00:23:25: In dem Ich wieder mehr Ambitionen habe.
00:23:27: In denen ich wieder besser mit Emotionen umgehen kann und in denen ich dann halt auch offen für eine Partnerschaft bin.
00:23:34: Also ich oder auch wie in der Gruppe wir wollen alle pornofrei werden weil wir wissen das ist nicht gut.
00:23:42: Das ist was was dein Leben negativ beeinflusst.
00:23:45: Der Gedanke Am Anfang, oh Gott, ich kann jetzt nie wieder Pornos gucken.
00:23:49: Ist tatsächlich auch einer der einen sehr belastet.
00:23:51: dieses Ich nehm mir ja was weg, was mir Spaß macht das gibt mehr gute gefühle.
00:23:56: es ist ja nichts wo ich das Gefühl habe okay Das erregt mich jetzt auf.
00:24:01: oder dass ich beim nächsten tag geht's mir nicht schlecht ist ja nicht wie ein kater den man hat dann am nächsten Tag wie bei dem alkohol.
00:24:07: Sondern es sind ja alles sehr weichen negative Auswirkungen, die aber sehr lange anhalten können durchaus.
00:24:14: Am Anfang und bin ich jetzt schon fast zwei Jahre dabei über zwei Jahre ist durchaus auch die Angst, Pornos zu verlieren da.
00:24:22: Das ist auch eine ernstzunehmende Angst.
00:24:25: Es gibt Fälle wo versucht wird in den kontrollierten Konsum zu rutschen Wobei das auch sehr schwierig sein kann.
00:24:33: bei der Pornoseucht glaube ich
00:24:34: Was genau verlierst du?
00:24:36: Es ist schwer zu beschreiben, aber man hat ja die Sexualität mit sich selber.
00:24:41: Selbstbefriedigung... ...ist ja eine andere Sexualität wie man vielleicht mit einem Partner oder einer Partnerin hat und über Jahre hat man sich ja sozusagen... Man hat ja Spaß dabei, Pornos zu gucken!
00:24:52: Das ist was eigentlich der eigentliche Konsum ist ja nichts, das mich sehr negativ beeinflusst.
00:24:58: Der eigentliche Consum ist schon etwas wo ich auch mal Freude dran hatte.
00:25:03: Und ich bin auch jemand, der sagt Pornus es gibt ... für alles seinen Platz und Pornos dürfen auch da sein... ... und dürfen auch konsumiert sein.
00:25:10: Bei mir war es zum Beispiel, die hatte er vorhin erwähnt,... ... man rutscht ja dann in so ein, ich sag jetzt mal Videos rein,... ...die man vielleicht gar nicht mit seiner Sexualität vereinbaren kann.
00:25:19: Am Anfang war's auch so okay, ich lass mich betreuen... ...und ich will eigentlich nur diesen Teil weg haben..., aber den normalen Pornoteil, den... würde ich schon auch gerne behalten.
00:25:28: Warum nicht?
00:25:29: Ich mag ja Selbstbefriedigung, Mastopation gehört einfach dazu für mich und da entstehen schon Ängste sozusagen dieses okay ich kann jetzt nie wieder Pornos gucken.
00:25:38: oh mein Gott!
00:25:38: Oh mein Gott ist das gleiche wie wenn man Alkoholikern erzählt naja du darfst halt nie wieder Alkohl trinken.
00:25:44: Da kommt es glaube ich aufs Gleiche hinaus.
00:25:46: Man kann sich am Anfang sagen ok wir machen's einfach vier Wochen lass' wir wochen probieren konzentriere dich auf vier wochen und nicht auf die nächsten vierzig Jahre Und das hilft einem teilweise auch, so dass man immer Stück für Stück vorangeht.
00:25:59: Wenn wir uns in Wöchentlichen der Gruppe treffen... Wir reden manchmal gar nicht über Pornus und wie wir Pornuss konsumieren sondern wir reden auch manchmal über Schlafhygiene oder wie strukturieren wir unseren Arbeitsantrag?
00:26:15: Also wir reden ganz viel über eher die Problematiken, die dann vielleicht eher dafür zu führen in den Suchtverhalten zu rutschen Beziehungsprobleme.
00:26:26: Viele Dinge können da besprochen werden, aber natürlich auch wenn man wieder Rückfälle hat.
00:26:30: wie ist der Rückfall?
00:26:32: Was ist passiert?
00:26:33: Warum hat der Blocker nicht funktioniert oder hast du ihn ausgestellt?
00:26:37: Solche Dinge wären dann in der Gruppe besprochen.
00:26:40: Wie war dein Weg eigentlich dahin?
00:26:42: Bist Du in der Selbsthilfegruppe gelandet bist?
00:26:44: Also die Caritas hat das Angebot für zu einer Betreuung, wie du es im Eingang genannt hast.
00:26:53: Also dass man sich erst mal ein Einzelgespräch bucht und mit der Person darüber redet warum man denn glaubt das man ein Problem mit Porno-Sucht oder Mediensucht oder andere Süchter hat?
00:27:03: Und dann betet die Caritas eigentlich Möglichkeit an halt so eine Gruppensitzung wöchentlich teilzunehmen.
00:27:09: Das ist auf ne bestimmte Anzahl von Terminen beschränkt Man darf auch nicht zu viele verpassen.
00:27:13: Dann kann man sozusagen innerhalb dieser Gruppe die Thematik besprechen Und dann ist natürlich die Gruppe irgendwann vorbei.
00:27:21: Da muss man sich entscheiden, ok, suche ich mir jetzt einen Therapeuten?
00:27:24: Versuche ich eine Kur zu machen oder kann ich einer anderen Gruppe beitreten?
00:27:29: und ich hatte das Glück dass gerade ne neue Gruppe aufgemacht wurde, die in meiner Wohnnähe ist so dass ich sozusagen unproblematisch einmal pro Woche teilnehmen kann und da gab es halt auch noch nen Platz frei diesen Schritt wieder zu fassen, okay ich schaffe es nicht alleine.
00:27:44: Ich muss doch wieder in.
00:27:45: die Gruppe hat auch wieder vier Monate gedauert also war auch wieder ein schleichender Prozess.
00:27:49: Welche Rolle spielt deine Selbsthilfe-Gruppe für dich in deinem Alltag?
00:27:53: Tatsächlich eine sehr große Rolle!
00:27:55: Also ganz oft denkt man sich natürlich mit allen unliebsamen Dingen, oh ich habe keinen Bock will ich heute nicht machen und ich will nichts zum Sport oder kochen ist nicht.
00:28:03: Ich bestelle Pizza und ganz oft ist das halt dass man sich denkt heute zur Gruppe.
00:28:09: Wir müssen am Anfang der Gruppe immer vorstellen, was sind unsere Suchtmedien sozusagen?
00:28:16: Gibt ja verschiedene pornografische Medien.
00:28:19: Was war mein Konsum in den letzten sieben Tagen und wie ist meine Stimmung?
00:28:23: Und eigentlich durchweg in allen Tagen, an denen ich eine Gruppe teilnehme, ist meine Man geht immer mit einem gestärkten Gefühl raus.
00:28:34: Man ist für die nächsten sieben Tage sozusagen geprimed, dass ich jetzt wieder meinen Suchtverhalten besser kontrollieren kann in den nächsten
00:28:42: Tagen.".
00:28:42: Du hast mir im Vorgespräch erzählt, dass du mit deiner Homosexualität eine Ausnahme unter den Menschen bist, die pornosüchtig sind?
00:28:50: Warum?
00:28:50: Woran machst du das fest?
00:28:51: Ich
00:28:52: würde nicht mal sagen Ausnahme aber das Verhältnis zu Pornografie ist anders als es... Wesentlich offener.
00:29:00: Es ist nichts Verstecktes.
00:29:03: Sexualität spielt in der Homosexuellen Szene eine sehr große Rolle, es ist sehr fetisch belastet.
00:29:10: Wir haben sehr viele Fetische mit denen wir uns ausprobieren können und es gibt viele Bars, Clubs die auch Sex als Inhalt sozusagen Darkrooms, Pornokinos... Und hier ist es vor allem wenn ich jemanden freund erzählt habe naja, ich gucke halt so viel pornos und dann denken die halten her ist ja normal.
00:29:33: das ist was was nicht versteckt wird.
00:29:35: Ich schieh mich nicht dafür meinen Freunden zu erzählen ich hab heute ne Stunde porno geguckt.
00:29:40: würde ich dass mein weiblichen Freundinnen erzählen, ich glaube eher nicht.
00:29:44: Das ist wahrscheinlich eher etwas was da weniger besprochen wird.
00:29:48: also was wir immer merken ist dass man halt über solche Dinge an sich in der Gesellschaft ja nicht redet.
00:29:54: Man redet ja nicht.
00:29:55: wann habe ich den letzten Porno konsumiert?
00:29:56: das ist nichts was man mit seiner Familie bespricht, es ist nichts, was man seinen Freunden bespürt an sich nicht und ich glaube gerade in heterosexuellen Beziehungen Ist das immer noch sehr versteckt?
00:30:10: Es ist immer noch was, worüber man nicht redet.
00:30:13: Dass der meiste Fall der männliche Partner, wo Pornos konsumiert.
00:30:17: Wie erlebst du dass das problematische Pornokonsum ein Turbo-Thema in der Gesellschaft
00:30:21: ist?
00:30:22: Ich glaube vor allem zu realisieren, dass es problematisch sein kann.
00:30:26: Ich dachte immer, dass ein Pornoconsum etwas normales und als ich irgendwann mal einen Freund gefragt habe... Masturbieren und Pornos geht ja Hand in Hand.
00:30:36: Und er so, naja ich guck ganz selten welche.
00:30:38: Ach Quatsch das geht ja gar nicht!
00:30:39: Es ist ja total untypisch.
00:30:42: Ich glaube dadurch dass man nicht darüber redet kann man auch nicht feststellen ob es problematisch geworden ist.
00:30:50: wir sind schlechter drin uns selbst zu reflektieren.
00:30:53: Also ich habe Freunden halt erzählt dass ich pornosüchtig bin und auf einmal stellten die fest Vielleicht könnte ich ja auch ein bisschen weniger machen, vielleicht könnte ich auch mal eine Pause einlegen und das zu reduzieren.
00:31:03: Und dann entsteht halt die Selbstreflexion daraus, wenn man sich mit dem ... als wenn man das Thema anspricht?
00:31:09: Du hast ja jetzt gesagt, dass du relativ offen mit Freundinnen ...
00:31:13: Freunden?
00:31:14: Mit Freundinnen eher nicht!
00:31:15: Ja, mit Freunden.
00:31:16: Darüber sprichst ... Und gehst ja trotzdem in eine Selbsthilfegruppe.
00:31:19: was unterscheidet... Die Gespräche mit deinen Freunden von denen in der Selbsthilfegruppe?
00:31:24: Also wenn ich mit Freund darüber rede, denn geht's eher darum Wie geht's dir?
00:31:28: Kommst du klar, aber es geht nicht um wirklich Problematiken.
00:31:33: Die Selbsthilfegruppe ist schon sehr therapeutisch sozusagen.
00:31:37: Da gehen wir sehr tief in die Problematik und nehmen uns auch die Zeit dafür, Dinge ausführlich zu besprechen.
00:31:43: Und man kriegt natürlich viel mehr Feedback von anderen Personen Und ein Freund ist ja immer noch ein Freund.
00:31:49: Vielleicht will er auch was nicht sagen, um dich nicht zu verletzen?
00:31:52: Vielleicht will das aber auch gar nicht hören!
00:31:54: Das kann auch durchaus sein weil man natürlich eine ganz andere Nähe hat als jetzt in der Gruppe wo es ja an sich fremde Personen sind.
00:32:01: Wir sehen uns einmal die Woche und das ist es.
00:32:03: also ich glaube dass es gerade die Selbsthilfegruppe gibt mir sehr viel Kraft und sehr viel weil da es natürlich auch Personen sind die selbst betroffen sind dieselber die ganzen Gedankengänge durchgehen, dieselben Problematiken durchgehen.
00:32:18: Und da ist natürlich eine ganz andere Hilfe dar als wenn ich jetzt mit einer Person spreche, die mir nicht damit betroffen ist.
00:32:26: Da ist das Verständnis dafür.
00:32:29: Ist oft gar nicht da
00:32:30: ... Na
00:32:31: ja, ich kann doch einfach mal in die Paune gucken.
00:32:33: Das ist ja normal.
00:32:34: Es ist überhaupt nicht problematisch.
00:32:36: Aber für mich ist es problematig.
00:32:38: Für mich ist's schwierig, das wochenweise nicht zu machen.
00:32:42: Glaubt es Momente im Austausch?
00:32:43: Eine Selbsthilfegruppe die für dich besonders wichtig waren?
00:32:47: Hab's irgendwas, was dich besonders bewegt hat
00:32:49: ... Ich hatte einen Moment noch in der ersten Selbsthilfegruppe mit Gordon.
00:32:55: Wo wir erzählt haben wie unser, wie wir sozusagen so erste Erfahrung mit Pornografie gesammelt haben und aus welchen Kreisen wir gekommen sind.
00:33:06: Und was ich erstaunlich fand ist dass das durch die ganzen Schichten der Gesellschaft geht.
00:33:13: Das is nicht eine Sucht, die betrifft jetzt nur junge Leute oder nur alte Leute.
00:33:17: Das ist nichts fast nur Arme und nur reiche Betrift.
00:33:21: Man ist nicht davor geschützt ob man der intelligente Professor ist oder ob man jetzt auch nur einen Verkäufer-Job macht.
00:33:31: Jeder kann davon betroffen sein.
00:33:33: Und das hat mir sehr viel... Selbstbewusstsein in dem Moment gegeben.
00:33:37: Wenn man merkt, okay ich habe ein Problem und wenn man dann aber merkt Ich bin nicht alleine mit dem problem das gibt einem ganz viel kraft das gibt einen ganz viel hilfe.
00:33:45: Hast du noch irgendwas wo du sagst dass habe ich noch nicht gefragt oder das wurde Noch nicht gesagt.
00:33:49: also was ich immer noch ganz wichtig finde ist Was sich alle die zuhören bewusst sein sollten wie frei verfügbar pornografie geworden ist Als ich jung war, da musste man noch eine Videokassette aus der Videothek ausleihen oder einen Buch kaufen und ein Heft.
00:34:06: Und ... Ich glaube das wird zu einem immer zunehmenden Problem vor allem bei jüngeren Männern heutzutage.
00:34:14: Die Schwelle
00:34:14: ist einfach
00:34:15: so niedrig Man muss ja nur auf die Seite klicken und dann fragt die Seite bist du achzen und du klickst ja Dann darfste dir alles angucken was da drauf ist.
00:34:22: Und dieses junge Gehirn wird mit allen möglichen überflutet offen mit dem Thema umzugehen und anzusprechen, vor allem auch wenn es Partner sind die davon betroffen sein können Kinder Jugendliche eigene Kinder.
00:34:40: Die Dinge zu besprechen und zu reflektieren weil das fehlt glaube ich total.
00:34:47: Ich würde gerne zum Abschluss nochmal nach vorne schauen Und auf Perspektiven und Erfahrungen die anderen helfen können.
00:34:53: Du hast jetzt gerade schon das Thema Offenheit angesprochen.
00:34:57: Gibt es noch was, was du Menschen sagen würdest, die merken das ihr Konsum problematischer wird?
00:35:03: Ja.
00:35:04: Falls jemand das Gefühl hat dass er problematisch einen Konsum hat ist natürlich erstmal versucht doch mal selber zu regeln
00:35:13: guckt
00:35:13: reflektiert darüber wie oft konsumiere ich Pornos?
00:35:16: wann konsumieren Pornus?
00:35:17: ist es wirklich aus der Libidung heraus?
00:35:20: ist es aus einem Stresssituationen oder einer Gefühlsituation heraus?
00:35:25: und vor allem wenn ihr merkt, das ist problematische Sucht-durchhilfe.
00:35:32: Es gibt
00:35:32: viele Therapeuten die das durchaus auch im Angebot haben ohne Verhaltenstherapie zu machen.
00:35:38: ich hatte Glück und hatte hier das Center für die Verhaltenssüchte.
00:35:41: aber sucht euch Hilfe.
00:35:42: vertraut euch jemand an weil es ganz schwierig mit der Problematik alleine umzugehen.
00:35:46: Viele haben ja wirklich viel Scham darüber zu sprechen.
00:35:49: Was würdest du sagen, was hilft trotz dieser Scham?
00:35:52: Es ist schwierig ... Die Scham hält einen davon ab und besteht natürlich die Angst, dass man verurteilt wird, wenn sich jemand anvertraut.
00:36:04: Aber
00:36:05: der Weg
00:36:06: auf alle Fälle ist immer besser, sich dem zu stellen auch wenn man sich schämt.
00:36:11: Man schämts sicher über andere Sachen als dass man weiter mit den Sachen, also weiter mit diesem unkontrollierten Konsum umgeht.
00:36:18: Matthias du bist jetzt seit zwei Jahren in der Selbsthilfe oder ja quasi fast seit zwei jahren in der selbsthilfe aktiv.
00:36:24: wenn du über deinen wegen der Selbst Hilfe heute ein buch schreiben würdest?
00:36:28: Oder ein blockartikel welchen welchen titel hätte dieses?
00:36:32: ich glaube sowas wie mein neues leben
00:36:34: voll schön.
00:36:35: dann danke ich dir Matthias das du so mutig und offen über dieses thema gesprochen hast, von deinem Weg erzählt hast und ich glaube dass das anderen helfen kann halt auch selbst offener damit umzugehen.
00:36:45: Und ja weil noch viel zu selten darüber gesprochen wird.
00:36:49: Vielen Dank!
00:36:50: Schön, dass du da warst.
00:37:00: Ja wir haben gerade mit Matthias über seinen persönlichen Weg als Betroffene von Pornosuch gesprochen worin sich der Leidensdruck zeigt wie er mit Charme oder Kontrollverlust umgeht und warum der Austausch mit Betroffenen so hilfreich ist.
00:37:14: Jetzt wollen wir die Perspektive von Angehörigen beleuchten.
00:37:17: Ich spreche jetzt mit Karina, die als Partnerin eines Betroffenen einen sehr persönlichen Einblick geben kann – sie ist zweiundvierzig Jahre seit neunzehn Jahren verheiratet und hat mit ihrem Mann drei Kinder und besucht seit einem Jahr ungefähr eine Selbsthilfegruppe.
00:37:31: Karina schön, dass du da bist!
00:37:32: Dankeschön.
00:37:33: ich verdammt mich auch was mehr.
00:37:35: Hallo!
00:37:36: Karina wann es dir zum ersten Mal aufgefallen das der Porno-Konsum deines Partners problematisch sein könnte?
00:37:42: Es ist mir recht früh aufgefallen, da ich das Gefühl hatte als wäre jemand zwischen mir und mein Partner in der Beziehung.
00:37:49: Also das war so diese Intuition – da passt was nicht!
00:37:52: Und dann sind wir auch ... ja sein Verhalten war komisch.
00:37:58: schon an Anfang in der Partnerschaft wo wir zusammengezogen sind, es ist mir aufgefallen dass er recht offen an den Computer geht, früh und abends auch... habe ich dann nach Forschungen gemacht und ja die ganzen Filme entdeckt.
00:38:14: Und später ist es damit verbunden gewesen, ich glaube das wurde dann heimlich gemacht, nachdem ich das angesprochen habe über das Telefon und ich hab es gemerkt dass ich auch keine Nähe mehr bekommen habe von dem Partner.
00:38:27: also die Sexualität oder Intimität ist komplett auf der Strecke geblieben wochenlang und ohne dass ich jetzt nicht initiiert hätte wird er auch da nichts passiert?
00:38:38: Ihr seid seit neunzehn Jahren zusammen.
00:38:41: Wann genau, also nach wie vielen Jahren der Partnerschaft hast du das gemerkt?
00:38:45: Ich habe es immer wieder gespürt dass der Porno-Konsum da ist.
00:38:49: Also ich hab's irgendwann mal auch mitbekommen Dass da irgendwie vormittags vor der Arbeit die Pornos konsumiert werden.
00:38:55: Also ich habs währenddich im Schlafzimmer war und mein Mann in sein Arbeitszimmer Habe ich jetzt gehört Und damals wusste ich noch nicht, wie ich das einordnen kann.
00:39:04: Also es war sehr schwer!
00:39:05: Es war ein Tabuthema und ich dachte okay ist es sein Bereich vielleicht?
00:39:10: Ich wusste nicht, was ich anspreche... ...und habe angefangen zuerst online darüber zu lesen.
00:39:17: Das waren auch Ende, ich glaube, zwei
00:39:21: Tausend
00:39:22: neun zehn da gab's noch nicht so viel Material.
00:39:24: drüber gab es ein wenige Foren, wo ich über verschiedene Geschichten mich erkundigt habe.
00:39:33: Dass das vielleicht irgendwie ein übermäßiger Pornokonsum sein kann.
00:39:37: Dann kam die Artikel in verschiedenen Makazinen auch online und ... Ja, ich habe versucht einfach diese Infos für mich zu sammeln und nachzuvollziehen ob das so ist.
00:39:48: Ob mein Partner zu viel konsumiert Und ihn zurede auch gestellt und für ihn was so jeder macht es.
00:39:54: Das ist doch ganz normal.
00:39:57: Jeder man schaut Pornos und da ist doch nichts Schlimmes dabei.
00:40:01: Und ja das war sehr unangenehm für mich weil ich eigentlich mich immer auf meinen Partner konzentriert habe und mich gefreut habe, auf die Intimität mit ihm.
00:40:13: Und konnte nicht nachvollziehen, dass er sozusagen noch den Ersatz
00:40:15: braucht.".
00:40:16: Das heißt es gab aber noch eine Zeit vor der Porno-Sucht oder?
00:40:20: Wenn du sagst ...
00:40:22: Nein, die Porno-Sucht war schon glaube ich seitdem wir zusammengelebt haben da.
00:40:26: Also sie ist wahrscheinlich viel früher schon entstanden und ich bin mitten drin.
00:40:31: also ich bin rein dazu gekommen als Partnerin und es wurde einfach für heimlich die ganze Zeit und mir wurde auch... Ich habe das Gefühl, ich wurde ein bisschen manipuliert auch dass ich das nicht so wahrnehme, dass das ständig und täglich konsumiert wird.
00:40:49: Und wie hast du den Moment damals erlebt, als dir klar wurde?
00:40:54: Das stimmt fast nicht.
00:40:55: Wir haben uns sehr auseinandergelebt.
00:40:57: Mein Mann hat auch verschiedene gemeinsame Treffen gemieden mit Freunden also er ließ mich immer hingehen.
00:41:05: ich durfte ja mit den Kindern vorausgehen.
00:41:08: dann ist mir aufgefallen okay da läuft was schief jetzt weil er die Zeit für sich gebraucht hat auf einmal oder ist später dazugekommen.
00:41:17: Ihm hat keine Freude gemacht, mit uns die Zeit zu verbringen auch irgendwie Ausflüge am Wochenende.
00:41:24: Auch zum Beispiel wenn ich fortgegangen bin mit Freundinnen.
00:41:28: der hatte nie das Gefühl dass er eifersichtig sein muss also hat mir sozusagen die Freiheit gegeben und es gerne zu Hause geblieben war.
00:41:38: Und dann ist es mir aufgefallen, okay da passt was nicht.
00:41:43: Das hat sich gesteigert und wurde immer mehr.
00:41:47: Wir haben uns sehr stark auseinandergelebt und dann hab ich um ein Gespräch gebeten aufklärendes Gespräch weil ich gespürt habe so funktioniert die eben nicht mehr wenn ich mich nur bemühe und der Partner sozusagen irgendwie abgeschaltet ist.
00:42:00: so war das für mich und dann hat er's zugegeben nach fünfzehn Jahren fast Hat dazu gegeben, dass er unser Problem kennt und er glaubt es ist die Pornosucht.
00:42:11: Da hat er's zum ersten Mal ausgesprochen laut Und dann ist die Welt für mich zusammengebrochen.
00:42:16: irgendwie so.
00:42:17: diese Klarheit oder die Wahrheit zu hören war sehr schlimm weil ich hatte diesen Verdacht, aber irgendwie hab' ich es mir wahrscheinlich schöner ausgemalt oder habe die Wahrheit nicht so vor den Augen immer haben wollen und das war dann richtig schlimm.
00:42:32: Also als werde ich betrogen... Ich habe tagelang geweint auch dieses Lügen und Vertrauen spruch.
00:42:42: das war richtig schlimm für mich!
00:42:43: Das hat weh getan.
00:42:45: also Als hätte jemand mir das Herz gebrochen, obwohl der Mensch vor mir stand und da war.
00:42:50: Es gab keine andere Frau, körperlich ist da ja so zu sagen nichts passiert aber die Bilder hat mich genauso verletzt.
00:42:57: Was waren das für Gedanken
00:42:58: und Gefühle,
00:43:00: die da durch den Kopf gegangen sind wenn du sagst, für dich ist eine sehr Welt zusammengebrochen?
00:43:03: Also
00:43:04: es war so dass ich so getäuscht worden bin von ihm.
00:43:07: Das war diese Enttäuschung und dieses Vertrauen Weil er immer wieder versucht hat das Thema auf mich zu schieben, dass ich übertreibe.
00:43:16: Dass ich überempfindlich bin und dass ich zu viel verlange.
00:43:20: Er hatte ja keine Vorstellungen von dem wie ich sozusagen intim sein möchte.
00:43:25: also wenn ich gefragt habe ob er irgendwelche Wünsche hat Weil ich gedacht habe, dass ich vielleicht daran schuld bin, dass er so tief in die Pornografie hingezogen sich fühlt.
00:43:38: Habe ich alles sozusagen mit mir zuerst verbunden?
00:43:41: Dass ... dass ich kein schön Körper mehr habe nach der Schwangerschaft?
00:43:46: Dass ich nicht attraktiv genug bin?
00:43:48: also alle Markel, die ich an mir hatte, hab ich damit auch verbunden, dass das vielleicht sein kann.
00:43:54: Schuld dafür sein kann, dass der Mann schaut.
00:43:56: Also... Ich war durcheinander richtig.
00:44:01: Du hast mir im Volkssprich gesagt, dass dich seine Pornosucht sehr verändert hat.
00:44:06: Wie betrifft es dich persönlich?
00:44:08: Also worin besteht dein Leidensdruck?
00:44:10: Die Intimität ist für mich komplett anders geworden.
00:44:13: ich kann mich einfach nicht mehr fallen lassen während wir miteinander sind.
00:44:17: Also das Libido ist komplett anders, weil mir diese Vertrauensbasis fehlt.
00:44:22: Ich denke nach was könnte er sich gerade vorstellen?
00:44:26: Ist er bei mir überhaupt emotional oder in seiner Welt wenn er mit mir ist?
00:44:32: Dadurch dass die Partner viel lügen muss ich sagen, dass man auch an sich selbst den Glauben verliert also als seine Wahrnehmung.
00:44:41: Dass die Wahrnehnung so getrübt wird Weil man alles hinterfragt, denke ich richtig.
00:44:46: Sehe ich es richtig?
00:44:48: Ist das wahr?
00:44:49: Wie ist das meine Realität?
00:44:51: Also man hinterfragt so viele Sachen wenn der Partner nicht ehrlich ist und sowas bei mir.
00:44:57: also Ich habe alles hinter gefragt in der Beziehung.
00:45:02: So man wird sehr unsicher Auch mein Körperbild, also ich sehe mich komplett anders.
00:45:07: Ich finde mich unattraktiv oder fand mich unattraktiv eine sehr lange Zeit und hatte wie Scheuklappen auf den Augen.
00:45:14: Also ich habe ja richtig die Männerblicke gemieden.
00:45:18: Habe mich immer unwohl gefühlt mit mir selbst auch.
00:45:21: Ich hab mich sehr bemüht auch dem Partner zu unterstützen.
00:45:26: Also nach Infos gesucht, nachdem wir schon das Gespräch hatten... Podcast gehört, Bücher gelesen.
00:45:35: Hab versucht verschiedene Paartherapeuten zu finden für mich eine Therapie sogar aufzusuchen und hab gemerkt dass mein Partner da ein bisschen hinterher war oder überhaupt gar kein Interesse am Anfang gezeigt hat das ich versuche das Problem zu lösen für unsere Beziehung und er davon eigentlich weg gerannt ist und sich vielleicht geschämt hat oder das nicht so ernst genommen hat wie ich
00:46:00: Und wann und wie hat sich da was verändert?
00:46:03: Nachdem ich in die Selbsthilfegruppe gekommen bin, und mein Mann gleichzeitig eben auch in die selbsthilfe Gruppe für Betroffene habe ich gemerkt dass er sich mir gegenüber ein bisschen geöffnet hat.
00:46:17: Also er könnte mit der Zeit freier über die Sucht sprechen, was davor nie passiert ist Dass es ihm schwerfällt, dass er sich Gedanken macht, woher das kommt.
00:46:29: Vielleicht davor hat ... Das Thema war wie abgegrenzt von mir und unserer Beziehung.
00:46:34: Das gehörte nur ihm.
00:46:36: Es waren nur Seins.
00:46:38: Und ich durfte nichts damit zu tun haben.
00:46:41: Deswegen wünsche auch allen, dass sie sich Unterstützung holen.
00:46:45: Und eben so eine Selbsthilfegruppe ist das Beste, wenn man face-to-face jemanden hatte etwas Ähnliches erlebt hat!
00:46:51: Und unabhängig davon, dass Er sich geöffnet hat?
00:46:54: Wie hat dir deine Gruppe dabei geholfen, damit anders umzugehen?
00:46:57: Also der Austausch hat mir sehr geholfend wo ich gemerkt habe.
00:47:01: Oh!
00:47:01: Ich bin nicht dran schuld dass es vielen ähnlich geht, dass die Pornosucht viele Facetten hat und das wir als Angehörige einfach durch unsere Erfahrungen, die wir gesammelt haben uns gegenseitig durch die Tipps auch unterstützen können wie mit den Triggern umgehen können.
00:47:20: Und eigentlich das Gespräch an sich, dass man einen Raum hat, um frei darüber zu reden weil es eben ein Tabuthema lange ist war-und-ist immer noch.
00:47:30: Und diese monatliche Treffen, die helfen mir enorm.
00:47:33: Also ich fühle mich immer erleichtert wenn ich aus der Gruppe rausgehe und fühl mich sehr gut danach.
00:47:40: Und neben der Erleichterung hat sich sonst auch noch irgendwas verändert seit ihr in die Selbsthilfegruppen geht?
00:47:46: Für mich war es so, dass ich ja diese Selbstsicherheit wieder bekommen habe auch direkt das Thema anzusprechen.
00:47:53: Wenn wenn ich mich nicht gut gefühlt habe oder wenn die Intuition wieder irgendwie Alarm geschlagen hat, dass sich dann besser mich ausdrücken konnte und sagen könnte was mir nicht passt oder Ich lerne immer noch meine Grenzen zu setzen wie weit geht's damit ich nicht verletzt werde kann ich damit umgehen.
00:48:13: und ich besuche ja die Gruppe jetzt schon ein Jahr, und ich merke trotzdem ist es ein Prozess der dauert.
00:48:19: Und bei meinem Partner ist das genauso.
00:48:21: Der hat sich diese Unterstützung geholt und hat auch den Austausch sehr positiv empfunden.
00:48:27: Und es ist ja immer die Sprache von Abstinenz, oder wie wir gerade von Matthias auch gehört haben kontrollierte Konsumgruppen.
00:48:37: Wie ist das bei deinem Mann heute?
00:48:39: Ist er abstinent?
00:48:41: Es gibt immer noch Rückfälle und ... Das ist leider gar nicht so einfach weil mein Mann der Meinung ist erschafft es jetzt alleine.
00:48:49: Das ist sehr schwer!
00:48:50: Ich glaube er kämpft selber mit sich und hat sich auch entschieden jetzt doch vielleicht eine Therapie anzufangen.
00:48:57: Er spürt auch, dass ich da mitgenommen werde.
00:49:00: Also jeder Rückfall ist für mich wie ein Schlag ins Gesicht oder dieses Vertrauen was ich aufbaue es wieder unten und ich fange auch von Null auf... Es ist schwer!
00:49:12: Das ist auch ein langer Weg.
00:49:14: Es ist trotzdem ... Man ist vielleicht abgestummt, würde ich sagen?
00:49:18: Nicht mehr so emotional wie vor drei, vier Jahren.
00:49:22: Da wäre ich vielleicht am Weinen, weil mein Mann einen Druckfall hatte.
00:49:26: Ich nehm das nicht mehr persönlich.
00:49:28: Du hast am Anfang erzählt und dass die Sexualität, die Intimität verloren gegangen ist.
00:49:34: Wie ist es denn jetzt?
00:49:35: seitdem ihr in der Selbsthilfe seid hat sich da wieder was?
00:49:38: Hat eine Ernährung stattgefunden?
00:49:41: Also für meinen Mann, dadurch dass er auch gelernt hat.
00:49:45: Dass er diese Abstinenzphasen ein bisschen in die Länge ziehen kann sozusagen oder konsumfrei ist für eine Zeit, hat er selber gespürt das die Intimität mit ihm und mir ihm mehr Freude zubereitet oder Spaß oder andere Gefühle vielleicht dabei entstehen.
00:50:03: Und für mich ist es immer noch ein Kampf muss ich ehrlich sagen Das ist sehr schwer so was zurückzuführen.
00:50:11: Also bei mir hat sich das nicht ins Positive noch entwickelt.
00:50:15: Das dauert, glaube ich.
00:50:17: Du hast ja gesagt, dass ihr sehr viel offener inzwischen miteinander sprecht und ihr geht auch an die Familientherapie.
00:50:24: Deine Kinder sind drei, fünfzehn-, achtzehn-und ... Fünf.
00:50:29: Inwiefern bindet ihr eure Kinder mit ein?
00:50:33: In diesem Prozess?
00:50:34: wissen sie davon?
00:50:35: Ich muss ehrlich zugeben, dass wir das den Kindern gesagt haben und auch unseren Therapeuten.
00:50:42: Das war die Basis auch für die Familientherapie, dass wenn wir beide miteinander gut sind oder das Fundament fest ist und funktioniert dann wird es auch den Kindern gut gehen.
00:50:54: Und dann gibt's nicht so viele Streitigkeiten untereinander.
00:50:59: Die Kinder wurden da recht schnell eingebunden in das Thema – die zwei großen Mädels ja!
00:51:04: Und warum fandet ihr das wichtig?
00:51:07: denen das zu sagen, die mit einzubeziehen.
00:51:09: Damit Sie auch den Hintergrund verstehen, wieso wir Steidigkeiten haben?
00:51:14: Weil ich war sehr oft unzufrieden, unglücklich ... Ich hab viel geweint in den letzten vier Jahren nachdem wir das klärende Gespräch hatten.
00:51:23: also mir ging's nicht gut und ich glaube bei den Mädels in dem Teenager Alter es war schon mir wichtig dass sie wissen warum es geht.
00:51:32: Und die Mädels haben auch, die jüngere Tochter hat schon etwas auf dem Handy vom Papa gefunden durch Zufall weil er vergessen hat irgendwie die Seite zuzumachen.
00:51:42: und dann hat sie mich auch darauf angesprochen Mama ich habe da etwas gesehen und ich dachte Ich sollte darüber reden.
00:51:50: Wie habt ihr es ihnen gesagt?
00:51:52: Was genau habt ihr gesagt?
00:51:54: Ich hab damals mit meiner ältesten Tochter zuerst gesprochen.
00:51:57: Die war damals um die fünfzehn Jahre alt.
00:52:00: Also vor drei Jahren hab ich hier gesagt, wo es mir schlecht ging.
00:52:04: Dass das Mama schlecht geht weil da etwas zwischen Mama und Papa passiert ist halt und dass der Papa diese Bilder schaut.
00:52:13: Meine Tochter hat schon sozusagen das Thema verstanden, weil sie meinte ja die Pornografie, Sie kennt es schon aus der Schule.
00:52:22: Da wurden auch Filmchen abgespielt über Handys.
00:52:25: Sie hat es schon verstanden.
00:52:27: Es kam auch dazu, dass ich mich ein bisschen von meinem Partner in der Zeit abgegrenzt habe.
00:52:32: Weil ich mich so verletzt gefühlt habe, wollte ich für mich da allein sein und das ist den Kindern aufgefallen, dass sich nicht so abwesend war im Familienleben.
00:52:43: Okay also deine ältere Tochter hat relativ offen darauf reagiert verstehe ich?
00:52:49: Ganz genau!
00:52:51: Und deine jüngere Tochte wie hat die darauf reagert?
00:52:55: Sie kam selber auf mich zu Nachdem sie wahrscheinlich mit ihrer großen Schwester das Thema untereinander die Mädchen besprochen haben, kam sie auf mich zu und hat gesagt Mama ich habe da etwas beim auf Papa's Handy mal gesehen als sich irgendwie die Suchmaschine Google aufgemacht aber da war noch eine Seite offen die er vergessen hat zuzumachen.
00:53:14: Und sie war sehr schockiert halt über allgemein die Übersicht.
00:53:17: und wozu braucht Papa das?
00:53:19: Gefällt es zu ihm nicht.
00:53:20: oder Sie war richtig damals mit ihren zwölf Jahren ein bisschen übertumpelt mit dem Thema
00:53:26: Was hast du denn deiner jüngeren Tochter geantwortet auf die Fragen, die sie hatte?
00:53:31: Dass ich es nicht gut finde.
00:53:32: Dass Papa das macht und mich verletzt.
00:53:35: Das war meine Antwort zu dem Zeitpunkt.
00:53:38: Und dass es zwischen Erwachsenen etwas ist, also was nicht mit ihnen etwas zu tun hat – so ist es auch bis heute.
00:53:46: Aber ich habe den erklärt, dass ich deswegen sehr traurig bin und viel weine und mir viele Gedanken mache darüber.
00:53:53: ob ich mit Papa zusammenleben möchte.
00:53:55: Also das Thema kam bei mir sehr schnell auch, möchte ich mit diesen Menschen noch so zusammenleben?
00:54:01: und ja ... Das begleitet mich auch weiterhin.
00:54:05: Was lässt dich bleiben?
00:54:06: Die Ansin-Fassetten von diesem Menschen also... Ich hab das Gefühl, ich habe meinen besten Freund gefunden.
00:54:12: Wir verstehen uns auf anderen Ebenen voll gut!
00:54:15: Dass es ja nur eben die Sucht, die dazwischen steht wie in diesem Elefantenraum Aber alles an sich passt.
00:54:22: Es ist ein sehr angenehmer sympathischer Mann, wir haben eine schöne Familie.
00:54:27: die Kinder lieben ihn.
00:54:28: also ich kann da nicht viel sagen das alles passt und dass es das Traurige gibt, dass man mit dieser Sucht noch dazwischen kämpfen muss damit die Beziehung einfach komplett ist.
00:54:39: Welche Strategien helfen euch beiden denn den Alltag oder den Umgang miteinander besser zu gestalten?
00:54:45: Das
00:54:45: ist gerade schwer zu sagen.
00:54:48: Wir versuchen beide, über das Thema offener zu reden.
00:54:51: Also das war der Hintergrund für mich damit ich mich sicherer fühle in der Beziehung und im Alltag dass mein Mann einfach offener mit dem Thema umgeht wenn er vielleicht einen Trigger hat oder der Druck stärker wird, der Suchtdruck Aber das fällt ihm noch sehr schwer, darüber zu sprechen.
00:55:11: Und ich habe auch darum gebeten, dass wir vielleicht irgendwie einmal in einer oder zwei Wochen darüber reden und Raum finden dafür.
00:55:18: Und daran arbeiten wir noch.
00:55:20: Es ist spannend weil also laut Studien ja auch der Hauptteil sind Männer die das konnten, die Pornos konsumieren problematisch auch konsumiert aber es gibt auch Frauen.
00:55:32: Deswegen hat mich das interessiert so wie eigentlich so wie die Geschlechtermischung bei euch.
00:55:37: Jetzt hast du ja von dir erzählt, dass so dein Leidensdruck vor allen Dingen in den Selbstzweifeln und der fehlenden Intimität besteht.
00:55:47: Worüber tauscht ihr euch in der Gruppe aus?
00:55:49: Was sind eure Themen?
00:55:50: Was wir erlebt haben vielleicht in den letzten vier Wochen mit dem Partner also kritische Situationen.
00:55:57: dann besprechen wir manchmal eben wie geht man mit den Triggern um oder wie geht die jeweilige Person.
00:56:07: Und dann tauschen wir uns aus, wie wir damit umgehen würden oder wie wir uns dabei fühlen – ja das ist sehr unterstützend!
00:56:18: Oder wie wir da mit umgehen wenn der Partner sozusagen heimlich weiterhin konsumiert?
00:56:23: Oder die Erfahrungen, wie es in der ponofreien Zeit, ob sie aufblödt und sich verändert.
00:56:34: Das ist unser Austausch in dem Moment.
00:56:36: Und das tut gut, weil dann hat man irgendwie ... das Gefühl okay es kann auch besser werden wenn sich etwas verändert?
00:56:43: Ja, das gibt Mut auch und hilft weiter.
00:56:46: Haben Sie in eurer Gruppe auch schon mal Partnerinnen getrennt oder gibt es Ex-Partnerinnen die in diese Gruppe kommen?
00:56:51: Ähm ja, es gibt getrennte Paare also Damen, die mitten drin in der Gruppe in der Zeit sich auch getrennten haben von ihrem Partner Und dann mit der Zeit merken, den geht es eigentlich sehr gut schon.
00:57:06: Die haben sich davon erholt und haben keinen Bedarf mehr und die verabschieden sich auch.
00:57:12: Dann gibt's viele Paare, die verheiratet sind und Kinder haben.
00:57:17: Dann gibts Paare ,die einfach kinderlos sind oder halt ältere Paare wo ich sage, wo auch die Prio woanders ist.
00:57:26: Was macht das mit dir, wenn du einerseits hörst dass es auch andere gibt die auch bleiben.
00:57:33: Die diesen schwierigen Weg weitergehen und auf der anderen Seite sich Menschen auch trennen von den PartnerInnen?
00:57:39: was macht das?
00:57:40: Das lässt mich auch nachdenken, in welche Richtung meine Beziehung geht.
00:57:44: Also ich bin immer noch in diesem Prozess zu den Weg herauszufinden für mich und meine Ehe.
00:57:50: also es gibt keinen festen Termin wie ab da mache ich einen Trendschluss sondern ich überlege was ist gesund für mich?
00:57:59: Und du gaffst das gesund für diese Beziehung, für unsere Kinder.
00:58:02: Durch diese Erfahrungen von den anderen Teilnehmerinnen weiß ich okay es gibt diesen Weg und wie würde's ausschauen wenn ich denen so eingehe?
00:58:11: Es gibt auch Mut zu bleiben weil durch die Kinder versucht man oft einfach gibt man noch mehr die Chance oder man hat die Hoffnung ok wir versuchen es weil da die Familie auch da ist Das merke ich bei den Teilnehmern mit Kindern, dass es ein bisschen anders ausschaut als wenn man alleine wäre.
00:58:31: Gab es einen Moment oder Momente in deiner Zeit mit der Selbsthilfegruppe die für dich besonders bewegend waren?
00:58:37: Oder wo du überrascht warst, hat dich was besonders berührt?
00:58:42: Also ich glaube beim ersten zwei Treffen, die waren sehr emotional, wo ich einfach vieles herauslassen durfte endlich und sozusagen wie Seelensverwandte vor mir hatte, Menschen die mich verstehen.
00:58:58: Die das gleiche Leid tragen ... Da hab ich meinen Herz ausgeschüttet in der Gruppe und das ist mir auch aufgefallen bei vielen Personen, die neu dazukommen, dass es denen ähnlich geht, dass das Erste treffen, man ist sehr aufgeregt und merkt, jetzt kann ich hier in diesem Raum alles rauslassen, alles erzählen was mir auf der Seele auf dem Herzen liegt und das fühlt sich so erleichtern.
00:59:22: Man fühlt sich verstanden, bekommt Ratschläge und Tipps.
00:59:26: Und das war für mich so ein Wow-Effekt.
00:59:30: Endlich ist jemand da, der mich versteht.
00:59:33: Ich bin nicht alleine damit.
00:59:35: Das war das Wichtigste, glaub ich.
00:59:38: Deswegen gehe ich gerne zu diesem Treffen.
00:59:41: Karina was würdest du den anderen Angehörigen raten, die Ähnliches erleben?
00:59:46: Ich würde sagen wenn das Bauchgefühl oder die Intuition dass man auf sie hören sollte und sich die Hilfe auch holen sollte, auch wenn das ein Tabuthema ist.
01:00:00: Aber wenn man merkt etwas passt nicht, dass man einfach ins Internet paar Begriffe eingeben sollte und vielleicht eben eine Beratungsstelle suchen sollte mit einer oder Selbsthilfegruppe einen Therapeuten vielleicht nicht.
01:00:15: sofort aber eine Selbsthilfegruppe festgestellt wird, okay ist besteht da echt ein Problem?
01:00:23: oder bild ich mir das nur ein.
01:00:26: Also ich könnte es jeder Dame und Herren empfehlen.
01:00:30: also wenn man spürt in der Beziehung passt fast nicht und mein Bauchgefühl sagt, da ist etwas noch dass man dahinter bleibt
01:00:40: Du bist jetzt schon seit über einem Jahr in der Selbsthilfe diesen Weg ein Buch schreiben würdest oder einen Blog-Artikel.
01:00:49: Welchen Titel hätte dieses?
01:00:51: Ich weiß nicht, weil mir ich sehe ein Bild, ich hätte ein Megaphone in der Hand.
01:00:55: Sprich darüber lass es raus!
01:00:57: Weil ich finde das hat mir geholfen darüber zu reden auch in der Gruppe und die Infos darüber zu suchen dass es doch Unterstützung gibt auch für uns als Angehörige weil viele glauben okay Ich bin nur der Betroffene vielleicht, aber der Rest gehört ja auch dazu.
01:01:14: Ja.
01:01:14: Der zweite
01:01:15: Teil.
01:01:15: Und das ist tatsächlich gar nicht so selbstverständlich, dass Angehörige hier sprechen.
01:01:21: deswegen ganz herzlichen Dank an dich, dass du so offen und mutig und ehrlich darüber gesprochen hast und deine Perspektive und ja auch anderen Angehöhrigen Mut machst über dieses Thema zu sprechen.
01:01:34: Vielen Dank!
01:01:35: Ich habe mich auch sehr gefreut.
01:01:36: Danke schön.
01:01:46: Wir haben bisher die betroffenen Perspektive jetzt von Matthias gehört über seinen Umgang mit problematischen Pornokonsum und die Sichtweise von Karina als Angehörige.
01:01:56: Jetzt möchten wir einmal die Fachperspektive noch mit einbeziehen, Gordon Emonds ist Leiter des Zentrums für Verhaltensüchte in Berlin und gibt uns jetzt einen Blick aus professioneller Sicht und ordnet die Thematik ein.
01:02:08: Gordon schön dass du da
01:02:09: bist!
01:02:10: Vielen Dank.
01:02:11: Wir haben heute mit Matthias und Karina darüber gesprochen, wie sich problematischer Pornokonsum im Alltag und in der Beziehung auswirkt.
01:02:17: Und was Ihnen im Umgang damit hilft?
01:02:20: Ich möchte das Ganze mit dir noch mal fachlich einordnen.
01:02:23: Wie verbreitet es problematische Pornekonsum aus deiner Sicht?
01:02:30: Also generell ist Pornikonsum sehr verbreitet.
01:02:33: also man geht davon aus dass über einen Drittel gerade bei den Männern regelmäßig Pornografie konsumieren, so einmal die Woche.
01:02:44: Zu problematischem Pornokonsum gibt es ganz unterschiedliche Zahlen.
01:02:47: da muss man immer auch aufpassen weil das manchmal doch sehr moralisch denn noch auch noch aufgeladen wird.
01:02:54: aber man geht von ein bis drei Prozent aus der erwachsenen Gesamtbevölkerung vor allem Männer die hier im problematischen Konsum entwickeln.
01:03:03: Ab wann genau spricht man dann von einem problematische Konsum?
01:03:06: Ja, das ist immer so eine ganz spannende Frage.
01:03:08: Weil nicht allein ein regelmäßiger Konsum auf den problematischen Konsum hindeutet.
01:03:17: Problematisch wird es dann aus der Suchtperspektive wenn der Konsum stark in den Vordergrund gerät.
01:03:25: Das kann beispielsweise sein dass es zu ungewöhnlichen Urzeiten stattfindet an ungewöhntigen Orten beispielsweise am Arbeitsplatz, dann der Drang so groß ist Pornografie kann sie konsumieren zu müssen.
01:03:41: Dass der Konsum nicht mehr eingeschränkt werden kann also das Betroffene sich beispielsweise vornehmen, Pornographie zu konsumiert um sich sexuell zu stimulieren aber der Konsument halt immer weiter geht und dass dann über mehrere Stunden und dadurch andere Dinge vernachlässigt werden.
01:03:59: Es wird nicht zum Sport gegangen, man geht später ins Bett.
01:04:04: So kann es denn durchaus vorkommen dass dann bis Nachts um drei oder vier Uhr Pornografie geschaut wird obwohl wir morgen um sieben Uhr wieder aufstehen muss.
01:04:14: also das spricht man den vom Kontrollverlust und das sind unter anderem so Hinweise die auch einen problematischen Nutzungsverhalten hinweisen können.
01:04:23: Du hast es gerade schon gesagt, dass der Großteil männlich Betroffene sind und weiblich Angehörige.
01:04:29: Wie ist denn bei euch im Zentrum für Verhaltensüchte so das Geschlechterverhältnis in der Beratung und in den Gruppen?
01:04:35: Also beim Pornografiekonsum sind's hundertprozent Männer, die uns aufsuchen.
01:04:41: Das ist wirklich ganz selten, dass vielleicht sich eine Frau an uns wendet.
01:04:46: Genau also es sind eigentlich ausschließlich Männer, Und bei den Angehörigen, je nachdem in welchen Beziehungskonstellationen die Männer leben?
01:04:58: Sind sie eine homosexuelle Beziehungen oder eine heterosexuellen Beziehungs sind es hier hauptsächlich Frauen.
01:05:04: Also das heißt auch bei den Männern ist du Großteil, die uns aufsucht suchen Leben in hetero sexuellen beziehungsformen.
01:05:12: Was glaubst Du denn?
01:05:13: wo sind die Frauen?
01:05:14: also was gibt ja mit Sicherheit auch Frauen die Pornokonsum oder vielleicht auch problematischen Pornekonsumen haben?
01:05:20: Wo sind die?
01:05:21: Man geht schon davon aus, dass hauptsächlich Männer diese Problematik auch aufzeigen und Frauen weniger.
01:05:29: Jedoch gehe ich auch davon aus das es auch Frauen gibt, die hier ein problematisches Nutzungsverhalten haben.
01:05:34: Warum die nicht in der Beratung auftauchen kann ich gar nicht so genau sagen womit sicherlich auch damit zusammenhängt, Porno, den man im Internet schaut gerade kostenlose Pornos häufig von Männern für Männer gemacht sind und hier Frauen sich weniger angesprochen fühlen.
01:05:53: Kannst du was dazu sagen?
01:05:54: Was da eigentlich im Gehirn passiert beim Pornokonsum?
01:05:57: Im Gehirnen passiert folgendes das quasi durch dem Pornografiekonsum gerade des Belohnungssystem ganz stark aktiviert wird.
01:06:05: Das heißt es wird Dopamin Serotonin ganz stark ausgelöst, sodass der Pornokonsum stark belohnt wirkt.
01:06:14: Und das ist erst mal bei ganz vielen Personen die Pornografie konsumieren – der Fall!
01:06:19: Das ist erstmal gar nichts Ungewöhnliches.
01:06:21: Problematisch wird es eben dann, wenn sich das Gehirn daran gewöhnt und ich mir andere Nutzungsformen oder andere Verhaltensweisen fehlen, die quasi im ähnlichen Prozess auslösen.
01:06:31: Ja, d. h., der Konsum wirkt stark belohnend wo auch noch mal ganz stark Emotionen ausgelöst werden, wo stark Dopamin-Serotonin ausgelösst wird, wirkt es sehr verstärkend.
01:06:48: Ich habe gehört dass gerade bei jungen Menschen die Errektile des Funktionen zunommen hat und das junge Menschen heute oft durch Pornos lernen wie Sex funktioniert.
01:06:56: was weißt oder denkst du dazu?
01:06:58: Der erste Pornokonsum beginnt bei Jugendlichen im Durchschnitt mit dreizehn bis vierzehn Jahren.
01:07:04: Das heißt, dass viele oder gerade in diesem Alter junge Menschen sich informieren wie funktioniert Sexualität?
01:07:11: Lust nach Sexualität da ist eine ganz große Neugier und da ist eben Pornografiekonsum weil der so leicht zugänglich ist bei ganz vielen Jugendlichen gehört zum Programm.
01:07:24: Zum Thema erectile Dysfunktionen sind da die Zahlen steigend und man erlebt eben auch beim Pornografie-Konsum oder die Jugendlichen, die jungen Menschen oder auch die Männer, die zu uns kommen berichten eben das durch der Pornographiekonsum ist sie einfach eine viel stärkere Eriktion denn einfach auch erleben.
01:07:43: Und dann eben wenn der Poneografie Konsum, wenn Sie nicht konsumieren eben nicht vorhanden ist so dass Der Trigger oder die Lust, die sie sich durch den Pornografie-Konsum holen viel stärker ist.
01:07:55: Die Reize wie eben durch reale Sexualität.
01:07:59: Ihr habt ja auch Gruppen zu Glücksspielsucht und Mediensucht?
01:08:02: Worin unterscheiden sich die Süchte, wo es doch alles Verhaltenssüchte sind?
01:08:05: Der Unterschied ist gar nicht so groß.
01:08:08: Es sind Verhaltenzweisen, die Suchtverhalten auslösen können.
01:08:12: Das sind Verhaltenzweisen ganz stark auf das Belohnungssystem reagieren oder dort eine große Reaktion auslösen, sodass hier erst mal vom Prozess oder auch das was im Gehirn passiert da gibt es gar keine großen Unterschiede.
01:08:28: Der große Unterschied ist eher der Zugang.
01:08:31: oder was mich anspricht als Betroffener und als Ratsuchner wo reagiere ich stark drauf so dass hier erstmal gar keine großen Unterschiede sind.
01:08:42: Die Unterschiede, die sind denn nachher viel mehr.
01:08:45: wie schütze ich mich davor?
01:08:46: Wie kann ich damit umgehen?
01:08:47: Welche Bedürfnisse liegen vielleicht dahinter?
01:08:50: Da gibt es dann teilweise Unterschiede.
01:08:52: Ihr habt ja sowohl Abstinenzgruppen als auch Gruppen zu kontrolliertem Konsum und Matthias hat erzählt von Werkzeugen wie Blocker, dass das oft nicht langfristig zur Abstinenz führt.
01:09:05: Glaubst du, dass ein kontrollierter Konsum möglich ist.
01:09:10: Bei Pornografie-Konsum empfehlen wir schon eine abstinente Lebensführung von Pornographie.
01:09:17: Wir erleben es aber, dass es nur einem Teil gelingt wirklich in der Abstinenz zu kommen.
01:09:23: Das heißt ich habe ganz viele Männer, denen es gelingt den Konsum stark zu reduzieren und auch wenn sie konsumieren das sie den wirklich kurz halten können den Konsumen das der zwanzig Minuten dauert und eben nicht über vier fünf sechs Stunden.
01:09:38: Denen ist dann einfach gut gelingt.
01:09:40: Empfehlen würde ich trotzdem absinenter Versuch.
01:09:42: Aber die Erfahrung zeigt einfach, dass das hier nicht so einfach ist wie beispielsweise beim Glücksspielverhalten und das hat unseres Erachtens auch damit zu tun weil es so ganz stark verknüpft mit der eigenen Sexualität also die Luststeige oder Mannlust auf Sexualität.
01:09:59: und dann geht sofort dieser Gedanke euch könnt ihr Pornografie konsumieren Und diese Koppelung ist noch viel stärker als beispielsweise bei der Glückspilsucht
01:10:08: Das hat Matthias ja vorhin auch gesagt, dass gerade Sexualität, weil das so mit dem Alltag auch so verknüpft ist.
01:10:15: Mit den eigenen Bedürfnissen.
01:10:17: Dass es schwieriger ist da abstinent zu bleiben wie jetzt zum Beispiel für einen Alkoholiker.
01:10:22: Der kann halt irgendwelche Läden vermeiden und ich habe so ein bisschen die Parallele gesehen zur Esssucht beziehungsweise Zuckersucht.
01:10:29: oder wir müssen ja auch essen und das ist so viel schwieriger irgendwie das zu vermeiden.
01:10:34: Du hast aber gesagt, es gibt einen Teil der richtige stabile Abstinenz hat.
01:10:41: Was führt dazu?
01:10:42: Also was braucht es deiner Erfahrung nach um stabil abstinent zu sein?
01:10:48: Mir ist ganz wichtig zu betonen dass diejenigen, die eine stabile Abstinenz denen das gelingt oder dass die andere Gruppe nicht etwas falsch macht.
01:10:59: Sondern das hängt wirklich ganz, ganz stark damit zusammen.
01:11:03: Wie stark ist der Druck?
01:11:04: Wie zufrieden bin ich vielleicht gerade auch in meiner Sexualität die ich lebe.
01:11:10: Also es sind ganz viele Faktoren, die da mit rein spielen.
01:11:14: Ich glaube ein wichtiger Punkt ist schon sich zu schützen.
01:11:18: Sei es mit einem Blocker sich zu Schützen und sich damit wirklich auseinanderzusetzen Weil da erleben wir immer wieder, dass allein ein Blocker auf dem Smartphone zu haben sein rechner Jugendschutz sicherzumachen.
01:11:32: Dass man nicht auf Pornografie zurückgreifen kann.
01:11:35: Das ist ganz viel auslöst das dieser drangen Pornographie zu konsumieren nicht so stark es.
01:11:41: Jedoch das muss man ganz klar sagen jeder Blocker ist zu knacken und Diesen muss man wirklich pflegen wie eine Pflanze.
01:11:47: Das reicht nicht, sich einmal im Blogger aufs Smartphone zu machen und dann funktioniert alles.
01:11:52: Ich kenne von Manchen die bei uns sind, die haben unterschiedliche Blogger weil sie sagen ah der eine Blogger funktioniert wird das gut oder andere Blogger funktionieren für die soziale Netzwerke besser sodass das manchmal eine Sammlung ist von unterschiedlichen Bloggern die Sie denn quasi auf dem Smartphone oder Rechner haben
01:12:09: Manche süchtigen Berichten davon, was sie zur Abstinenz führt ist halt ... dass es auch eine Entscheidung ist.
01:12:15: Dass das irgendwie einen Tiefpunkt braucht.
01:12:17: Irgendwie der Verlust von der Beziehung oder so.
01:12:21: Dass es ein Tiefpunkt braucht und was zu einer Entscheidung führt.
01:12:25: Ich möchte jetzt abstinent
01:12:27: sein.".
01:12:28: Wie die andere sagen da?
01:12:30: Oder Matthias hat das auch gesagt, dass nicht die Disziplin nicht nur der Wille oder die Diszieplin ist.
01:12:37: Wie ist es aus deiner Sicht Was hilft aus deiner Sicht?
01:12:40: Also genau, es geht nicht nur um Willen und Disziplin.
01:12:44: Sondern es geht darum sich auch nicht nur den Konsum anzuschauen was habe ich konsumiert welchen Bedürfnissen heraus habe ich consumiert?
01:12:55: sondern in der Aufrechterhaltung einer Abstinenz oder einer zufriedeneren Lebensführung braucht's dass ich mir mein Leben anschaue.
01:13:07: Was ist in meinem Leben passiert, warum bin ich oder warum habe ich den Konsum gebraucht?
01:13:14: Im Bereich der Pornografie geht es ganz viel damit einher mit der Auseinandersetzung der eigenen Sexualität.
01:13:21: Wie lebe ich meine Sexualität?
01:13:23: gibt es Bedürfnisse die in mir schlummern, die ich aufgrund meiner Beziehungskonstellation aktuell nicht ausleben kann oder ich mir gar nicht vorstellen kann, auszuleben.
01:13:34: Darum geht es sich damit auseinanderzusetzen um dann eben langfristig hier eine Veränderung und auch eine Zufriedenheit herzustellen.
01:13:44: Und das ist ein langer Weg vielleicht... Ich sage auch immer, es ist auch so ein Lebensweg.
01:13:52: Weil die Sexualität begleitet uns das ganze Leben.
01:13:55: Man werden älter und man ist länger in einer Beziehung.
01:13:57: Sexualität kann sich verändern und sich immer wieder damit auseinanderzusetzen.
01:14:02: Ich würde gerne mit dir noch mal auf die Auswirkungen zu sprechen kommen.
01:14:05: Wir haben ja von Matthias und Karina gehört, dass es zu sozialer Isolationen Selbstzweifeln Beziehungsprobleme bis hin zur Trennung kommen kann.
01:14:14: Welche weiteren Auswirkung kann denn problematischer Pornokonsum im Alltag auf Beziehung oder psychische Gesundheit
01:14:20: haben?
01:14:22: Ganz stark ist die Selbstwertproblematik also die große Scham sich für den Konsum zu schämen meistens auch für die Inhalte zu schämen, die man konsumiert.
01:14:35: Sich... ...zu schäben oder sich die Frage zu stellen ist dieses Verhalten was ich zeige hat es mit dem Pornokonsum zu tun oder gehört das zum einer sexuellen Präferenz?
01:14:46: also das sind ganz häufig noch weitere Begleiterscheinungen beziehungsproblematik ganz oben mit dabei.
01:14:56: ja das wirkt sich aus auf die gelebte Sexualität zu erleben, dass gerade bei Männern die Erektion vielleicht nicht gehalten werden kann.
01:15:06: Weil die Reiz in der partnerschaftlichen Sexualität nicht so stark sind wie beim Pornokonsum Sorge zu haben weil eben manchmal der Druck so groß ist das man es auch am Arbeitsplatz konsumiert also da entdeckt zu werden und das geht wirklich ganz stark immer einher mit ganz ganz großer Scham.
01:15:24: Und wie unterscheiden sich die Belastungen für Betroffene und Angehörige?
01:15:29: Bei Angehöregen ist neben dem Suchtverhalten, was auch Angehöhre eben belastet.
01:15:39: Aber es bei den Pornokonsum kommt ganz häufig.
01:15:42: dieses Gefühl als Beziehungspartnerin genüge ich nicht.
01:15:49: Auch da kommen Themen wie Selbstzweifel.
01:15:53: mache ich etwas falsch.
01:15:54: Warum schaut sich mein Partner, meine Partnerin andere Personen an?
01:15:58: Also das ist ein Thema was hier eine ganz große Rolle spielt.
01:16:02: und dann sind wir wieder ganz stark auch beim Thema Selbstwert, Selbstwertgefühl und eben auch Beziehungsthematik.
01:16:10: Und häufig haben Paare hier noch keine Sprache miteinander gefunden dies miteinander zu besprechen.
01:16:17: Ehe auch ein gesellschaftliches Thema über Pornografie oder Sexualität zu sprechen, ehe schwierig.
01:16:23: Oder für viele Menschen eine große Herausforderung und wenn das dann eben mit einem problematischen Verhalten zu tun hat, dann macht es das Ganze nicht einfacher.
01:16:32: Matthias und Karina besuchen ja beide eure Selbsthilfegruppen im Zentrum für Verhaltensüchte.
01:16:37: Eure Zielgruppen sind also Betroffene, Angehörige aber auch Fachkräfte – was genau sind denn eure Angebote?
01:16:44: Für Betroffene und Angehörige bieten wir Beratungsgespräche an, für Betrofene sind es so maximal sechs Beratunggesprächen.
01:16:52: Und die haben dann noch die Möglichkeit parallel eine angeleitete Gruppe bei uns zu besuchen um sich mit anderen Personen auszutauschen, um hier Sprache zu finden miteinander zu sprechen das Gefühl zu haben ich bin nicht allein mit der Problematik oder der Thematik und so können sich betroffenen an uns wenden.
01:17:13: Bei Bedarf vermitteln wir den auch am Psychotherapeutinnen oder auch in eine stationäre Reha.
01:17:19: Und für Angehörige beim Thema Pornografie-Konsum bieten wir auch ein Beratungsgespräch an und vermittlen dann eben auch in die Selbsthefekruppe, wenn dies der Wunsch ist.
01:17:30: Personen, die sich in Beziehung befinden empfehlen ja fast standardmäßiger all beim Pornographiekonsum wirklich auch noch mal eine paar Beratungen mit aufzusuchen.
01:17:41: Die bieten wir nicht an, aber vermitteln den auch gegebenenfalls.
01:17:45: Und woran unterscheiden sich dann die angeleiteten Gruppen für Betroffene und die selbst moderierten?
01:17:52: Genau!
01:17:53: Die angeleitenden Gruppen.
01:17:54: da ist immer ein Berater von uns mit dabei also eine feste Person, die die Gruppe anleitet um die Dynamiken zu steuern die richtigen Sprachen zu finden, um bestimmte Themen auch zu setzen.
01:18:09: Also manchmal bringe ich denn auch in der Gruppe ein bestimmtes Thema ein, um so eine erste Auseinandersetzung stattfinden zu lassen.
01:18:17: Das sind dann zwölf Gruppentermine und uns ist ganz klar dass das nur ein Anfang ist und eben nicht einen längeren Prozess ersetzen kann.
01:18:29: und um den Betroffenen eben die Chance zu geben daran weiterzumachen haben wir dann eben Selbsthilfegruppen ins Leben gerufen, wo die sich selber treffen können und wo keiner von uns dabei ist um weiter an dem Thema dran sein zu können.
01:18:43: Die laufen relativ ähnlich ab wie bei uns.
01:18:46: also es gibt einen Austausch untereinander aber eben dass keine Fachperson von uns mit dabei ist.
01:18:52: Was glaubst du welche Rolle spielt Selbsthilfegruppe als Ergänzung zur professioneller Unterstützung?
01:19:00: finde ich unglaublich wichtig und ich setze die wirklich auch immer auf eine Ebene.
01:19:05: Viele Personen besuchen eine Psychotherapie oder machen eine Psychotherapie, um sich vielleicht noch mal tiefer gehen damit befassen und eine Selbsthilfegruppe mit gleichgesinnten schafft es eben dieses Thema weiter aufrecht zu erhalten ist nicht zu vergessen und vor allen Dingen mit Gleichgesinnten drüber zu reden Sprache zu finden damit das Thema nicht verschütt geht und eben auch zu wissen, ich muss mich hier nicht schämen wenn ich sage, ich habe diese Woche wieder Bonografie konsumiert.
01:19:37: Von daher ist es eine ganz, ganz wichtige Säule die uns unglaublich wichtig in der Arbeit ist um eben Ratsuchenden die eben auch längerfristig am Thema dranbleiben wollen und nicht nur im Zeitraum bei uns oder einer Psychotherapie aber trotzdem mit Gleichgesinnten weiter drüber reden zu können.
01:19:58: Wir haben heute gehört, dass es Jahre bis Jahrzehnte dauern kann bis Betroffenen oder Angehörige über problematischen Pornokonsum sprechen.
01:20:06: Warum glaubst du wird das Thema gesellschaftlich immer noch so tabuisiert?
01:20:10: Zum einen haben wir's da mit einer relativ jungen Entwicklung zu tun – mit exzessiven Pornografiekonsum.
01:20:16: also mit Jungen meine ich jetzt so zehn, fünfzehn Jahren einhergehend mit WLAN im schnellen Internet.
01:20:24: Das unterscheidet sich schon auch noch mal sehr stark von dem Pornografiekonsum über DVDs oder Video-Kassetten, wie es früher der Fall war.
01:20:32: Das heißt wir haben's hier mit einem jungen Thema zu tun.
01:20:35: und zweitens ist generell das Thema Sexualität, Pornographie moralisch manchmal auch sehr aufgeladen und ist eh auch für viele Menschen eine Herausforderung darüber zu sprechen.
01:20:49: Und das geht dann eben schon los in schulischer Bildung, der Kita aber auch im erwachsenen Bereich über Sexualität zu sprechen und das sind wir einfach wenig gewohnt.
01:21:02: Das heißt dass wäre auch ein Wunsch von dir an die Gesellschaft und die Medien, dass da offen darüber gesprochen wird und Aufklärungen passiert?
01:21:10: Genau also Aufklärung passiert eben auch in unterschiedlichen Bereichen Aber eben auch in Schule, in Jugendhilfe-Einrichtungen über Körper-, Körperbilder-, Sexualität eben auch im geschützten Rahmen auch sprechen zu können.
01:21:29: Was würdest du Menschen sagen die merken dass ihr konsumproblematisch wird?
01:21:35: Im ersten Schritt schaue ich immer auch erst mal drauf sich mal die moralische Seite anzuschauen.
01:21:42: also habe ich wirklich hier schon ein problematisches Verhalten.
01:21:46: Oder ist es erst mal der Konsum, der mich stört oder sind es moralische Fragen die ich habe?
01:21:53: Weil wie schon anfangs gesagt nicht jeder regelmäßige Konsum bedeutet direkt dass ich hier ein süchtiges Verhalten zeige.
01:22:02: Sondern da geht's dann auch drum zu schauen ah wie hängt mit meiner sexuellen Präferenz denn einfach zusammen?
01:22:09: welche Bedürfnisse habe ich, also die erst mal auch wahrzunehmen.
01:22:12: Das finde ich immer noch meinen wichtigen ersten Schritt.
01:22:17: Manchmal hilft es erstmal auch einen Konsumtagebuch zu führen.
01:22:20: Also wann schaue ich hauptsächlich Pornografie?
01:22:23: In den Abendstunden?
01:22:24: ist es morgens und in welchen Zusammenhängen schahoe ich Pornographie.
01:22:29: Also welche Bedörfnisse hängen damit zusammen?
01:22:32: geht's um Lustaktivierung oder sind sie eben?
01:22:38: nutze ich Pornografiekonsum oder Selbstbefriedigung zum Stressabbau.
01:22:42: Schaff' ich's dadurch, Gefühle wegzudrücken?
01:22:44: Mir geht schlecht!
01:22:45: Ich fühl mich traurig und merke, boah der Pornographiekonsum, der schafft es eben gegen diese Gefühlen
01:22:52: anzugehen.".
01:22:53: Und da läuten bei mir immer dann die Alarmglocken wo ich denn einfach auch schaue was gibt's vielleicht für andere Alternativen um mit dem Stress umzugehen, um gegen diese gefülle anzugehnen.
01:23:05: Gibt's andere Dinge die sie machen können Sport zu machen, sich mit Freunden auszutauschen wenn es schwierige Situationen gibt.
01:23:14: Spaziergang zum Machen.
01:23:15: Also das sind manchmal so ganz kleine Dinge im Alltag die da helfen können.
01:23:19: und worauf ich auch immer sehr schaue ist noch generell der Medienkonsum.
01:23:23: also viele der Personen die zu uns kommen haben exzessiven Social Media Konsum YouTube also da auch nochmal den Blick draufzuwerfen.
01:23:32: ist es dann möglich was zu reduzieren oder eine App vorzuschalten.
01:23:36: Dass es fünf Sekunden dauert,
01:23:38: bspw.,
01:23:38: weil sie Social Media geöffnet wird und allein solche kleine Maßnahmen können manchmal eine ganz große Wirkung erzielen so dass sich der Konsum schon verändert und dann kann man immer noch mal schauen braucht's ne Absinenz?
01:23:53: Oder ist jemand auch zufrieden, der sagt wow dadurch hat sich mein Pornografie-Konsum extrem reduziert
01:23:58: Und was würdest du auf deiner Seite Angehörigen geraten?
01:24:01: Für Angehöre ist mir wichtig sich nicht nur daran zu orientieren, ist es jetzt ein exzessiver oder süchtiger Konsum.
01:24:10: Sondern zu schauen was löst das bei mir aus?
01:24:13: Ja bin ich gekränkt, löst's bei mir Angst aus, löest's Wut bei mir raus?
01:24:20: und das erstmal ganz unabhängig davon ob die Person einmal im Monatpornografie konsumiert oder eben täglich um genau dies anzusprechen in Beziehung zu gehen bei sich selber zu schauen und sich davon frei zu machen, ist jemand in der Abstinenz oder nicht in der Abstinenz.
01:24:40: Manchmal kann es auch vorkommen lassen, Ratsohren oder das Schaft in eine Abstinenz zu gehen oder den Konsum wirklich drastisch reduziert.
01:24:46: aber dieses Gefühl ist trotzdem bei dem Angehörigen da, dieses Gefühl betrogen worden zu sein und dem muss man nachgehen und das mal ganz unabhängig davon wie viel der Betroffene nun weiter konsumiert.
01:25:00: Also da geht es bei mir oder bei uns immer sehr darum, bei dem Angehörigen zu sein und den auf dem Weg zu begleiten.
01:25:07: Danke dir Gordon!
01:25:08: Jetzt kommen wir langsam zum Schluss schon.
01:25:10: Gibt es noch irgendwas was ich noch nicht gefragt habe?
01:25:14: Was du unbedingt noch hier lassen möchtest?
01:25:16: Ich glaube wichtig ist mir dass der Pornografie-Konsum nicht moralisch so aufgebauscht wird Weil das verhindert manchmal eine Auseinandersetzung, weil die Scham so groß ist.
01:25:28: Sondern dass man sich das wirklich in Ruhe anschaut – nicht dramatisiert aber auch nicht bagatellisiert.
01:25:35: Jetzt bist du ja schon eine ganze Weile im Bereich der Selbsthilfe aktiv.
01:25:40: wenn du über deine Erfahrung mit dem Thema und der Selbst Hilfe einen Zeitungsartikel oder ein Buch schreiben würdest?
01:25:46: Welchen Titel hätte dieses?
01:25:48: Pornografiekonsum verstehen!
01:25:50: Gott, dann danke ich dir, dass du deine Expertise mit uns geteilt hast und die Erfahrungen von Matthias und Karina aus professioneller Sicht auch etwas eingeordnet hast.
01:25:58: Schön, dass Du da warst!
01:25:59: Sehr gerne, Dankeschön!
01:26:03: Wir haben heute verschiedene Perspektiven auf den Umgang mit problematischen Pornokonsum gehört.
01:26:09: Sie zeigen wie sehr betroffen und Angehörige mit Themen wie Kontrollverlust, Charme, Belastung in Beziehung und Unsicherheit über die eigenen Grenzen kämpfen, aber auch wie hilfreich Unterstützung fachliche Beratung und Austausch mit Gleichgesinnten sein können.
01:26:24: Ob jetzt direkt betroffen oder Angehörige gemeinsam lassen sich Strategien entwickeln, Rückfälle vermeiden und ein gesünderes Gleichgewicht im Alltag
01:26:33: wiederherstellen!
01:26:35: Danke dass ihr heute wieder zugehört habt – weiterführende Informationen, Beratungsstellen und Selbsthilfe an Gebote findet
01:26:41: hier in unseren Show-Notes.
01:26:43: Ich bin Anne und freue mich wenn ihr auch bei der nächsten Folge wieder zuhört.
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