00:00:16: Ja, wir beginnen immer mit herzlich willkommen zum Berliner Selbsthilfe-Podcast Echte Stimmen.
00:00:21: Erst mal uns noch einmal vorzustellen!
00:00:23: Wir sind Anne und Kira und wir machen den Podcast zusammen.
00:00:27: Und der Podcast ist ein Projekt von Sickes Berlin – den gibt es inzwischen schon seit über fünf Jahren – und hier sprechen Menschen aus ihrer Perspektive von ihren Erfahrungen mit Krankheit, Krisen und psychischen Belastungen als Betroffene, als Angehörige und als Fachperson Und die Idee dahinter ist, dass nicht über sie gesprochen wird sondern mit ihnen.
00:00:50: Es geht darum sichtbar zu machen was oft im Verborgenen bleibt wie auch dieses Thema was wir heute haben.
00:00:55: Normalerweise führen wir die Gespräche einzeln in unseren Büros und haben dafür eine Stunde Zeit und schneiden das Ganze zu einer Folge für euch zusammen.
00:01:05: Heute bringen wir das Thema und dem Podcast ausnahmsweise als Trialog ganz kurzweilig auf die Bühne.
00:01:13: Ja, ich muss auch sagen.
00:01:14: Ich bin ein bisschen aufgeregt so weil das eine ganz andere Setting ist dass es auch noch nie live war.
00:01:19: So normalerweise können wir die Dinge schneiden Pause machen nochmal wiederholen.
00:01:24: Das können wir heute natürlich theoretisch auch machen.
00:01:27: Genau und Wir sprechen heute über einen Thema über das noch immer wenig offen gesprochen wird nämlich den problematischen umgang mit pornografie Und Pornografie ist für viele Menschen ein alltäglicher Bestandteil digitaler Mediennutzung.
00:01:43: Aber für manche kann das auch zu einer Belastung werden, sowohl für sie selbst und ihre Beziehungen – auch für den Alltag und fürs eigene Wohlbefinden!
00:01:52: Und gleichzeitig ist das Thema oft mit Charme verbunden.
00:01:55: Umso mehr freuen wir uns dass unsere Gäste heute ganz offen darüber sprechen.
00:02:01: Ich begrüße einmal Eddie der selbst betroffenen und in einer Selbsthilfegruppe aktiv ist Karina als Angehörige und seine Partnerin.
00:02:09: Und Gordon Emons vom Zentrum für Verhaltenssüchte, der uns die fachliche Perspektive mitbringt!
00:02:15: Ich lade euch einmal ein für einen herzlichen Applaus weil es nicht einfach ist vor so einem Publikum über dieses Thema zu sprechen.
00:02:20: Danke dass ihr da seid.
00:02:26: Ich beginne einmal mit Eddie.
00:02:27: Du bist seit neunzehn Jahren mit Carina verheiratet und dir ist vor vier Jahren relativ plötzlich bewusst geworden, dass du pornosüchtig bist?
00:02:36: Woran hast du das gemerkt, dass das Thema belastend für dich geworden ist?
00:02:41: Ja ich habe es tatsächlich lange Zeit ignoriert.
00:02:43: Für mich war das ganz normal weil quasi alle oder viele Männer das natürlich Pornos konsumieren.
00:02:50: aber ich hab's dann gemerkt.
00:02:53: Dadurch ist das sehr vieles für mich auch im Alltag.
00:02:55: Langweilig wurde uninteressant, ich hatte nichts viel los mit meiner Familie zu verbringen... Auch auf Arbeit!
00:03:02: Ich habe Manager-Job mit ganz ganz vielen Verantwortung und mit sehr sehr vielen Mitarbeitern.
00:03:07: Auch das wurde alles irgendwie nebensächlich Und natürlich auch die vielen Gespräche und auch die Probleme zwischen mir meine Frau Die haben mich letztendlich dazu gebracht mehr darüber nachzudenken.
00:03:19: und dann hatte ich sowas wie Ich sag mal, wie eine Offenbarung.
00:03:23: Es kam aus dem Nichts plötzlich und das hat mich aber auch dann dementsprechend hart getroffen weil es aus einem Nichts kam.
00:03:28: Und seitdem erst ist es mir bewusst und seitdem haben wir angefangen nach Hilfe zu suchen.
00:03:34: da wäre aber aus einer kleinen Stadt in Bayern kommen ursprünglich.
00:03:37: Wir leben erst seit anderthalb Jahren in Berlin gab's da nicht so viele Möglichkeiten und erst im berlin wurde ich fündig.
00:03:44: magst du mir von dem moment der offenbarung nochmal was erzählen?
00:03:48: Was war das für ein Moment?
00:03:49: Was ging dir dadurch den Kopf?
00:03:53: Wir hatten wie gesagt in diesen, inzwischen, neunzehn Jahren.
00:03:56: Damals waren es halt in wie, fünfzehn?
00:03:58: Sechzehn hatten wir sehr viele Konflikte mit meiner Frau trotz starker Gefühle.
00:04:04: also lieben uns sehr.
00:04:05: aber trotzdem hatten immer wieder Konflikte und das war alles, hat alles was mit dem Thema eben sechs zu tun.
00:04:13: Und mir wurde bei dem Moment klar dass Also auch weitere Probleme und viele Streitigkeiten.
00:04:19: Mir wurde aber klar, dass ich das quasi ignoriert habe und es nie als Problem gesehen habe und dachte, sie übertreibt doch total.
00:04:28: was will sie denn von mir?
00:04:30: Es ist sehr vieles kaputtgegangen in der Ehe.
00:04:33: Und das wurde mir in dem Moment bewusst.
00:04:35: Dass ich im Prinzip daran Schuld bin oder mein Problem daran schuld ist.
00:04:40: Meine Sucht... dass wir viele, viele auch unschöne Jahre hatten und natürlich auch die Kinder sicherlich drunter gelitten haben.
00:04:48: Und ich glaube das war für mich so was am meisten wie getan hat.
00:04:52: Dass ich das viel zu spät gemerkt habe, viel zu später realisiert habe, dass wir ein viel schöneres Leben hätten führen können, hätte ich das Problem nicht gehabt oder viel früher erkannt.
00:05:01: Danke dir Karina.
00:05:02: bei dir war es ja eher ein schleichender Prozess.
00:05:05: wann und wie ist dir das bewusst geworden?
00:05:10: Das Verhalten ist mir aufgefallen schon früh in der Ehe, dass etwas anders ist oder nicht stimmt.
00:05:17: Weil die Intimität immer weniger wurde ausgeblieben ist und diese emotionale Nähe auch gefehlt hat.
00:05:26: Also wir haben funktioniert in der Ehre.
00:05:28: aber man hat gemerkt da ist nichts Aufregendes mehr.
00:05:33: und als junger Mensch hat es mir auch gefehl diesen Feedback von meinem Partner zu bekommen.
00:05:38: Und ich hab mich hinterfragt, ist da etwas?
00:05:42: Ist da eine andere Frau vielleicht?
00:05:44: Was ist denn los, dass mein Mann mich nicht wahrnimmt als eine Partnerin auch.
00:05:50: Das hat sich mit der Zeit entwickelt so das ich ... recherchiert habe im Internet und vor fünfzehn, siebzehn Jahren gab es nicht so viele Berichte.
00:06:01: Darüber auch für allem für Angehörige gab's ja kaum Informationen zu dem Thema.
00:06:06: Es ging immer umsüchtiger und da bin ich auf diese Artikel zugestoßen und hab mir die immer durchgelesen und immer mit unserer Situation daheim verglichen und gemerkt okay das passt auf uns zu.
00:06:20: und immer wieder habe angestupsst und ihm die Berichte weiter gesendet, die Artikel aus den Zeitungen halt online.
00:06:31: Und wir haben dann diskutiert!
00:06:34: Und erst wo die Aufentbadung kam da gab es ein aufklärendes Gespräch zwischen uns zwei.
00:06:41: Haben wir dann gemeinsam nach Hilfe gesucht auch durch Podcasts im Internet.
00:06:47: Das war jetzt vor vier Jahren und ich habe gemerkt, wow da gibt es schon einige Gruppen auch aber nicht bei uns in der Kleinstadt.
00:06:55: und ja das hat ein bisschen gedauert bis sich eine Selbsthilfegruppe für mich gefunden haben die mich unterstützt hatte bei dem Problem.
00:07:04: Gordon woran merken Menschen typischerweise dass aus Konsum ein Problem wird?
00:07:11: Typischerweise zeigt sich das häufig Pornografie-Konsum sich sehr in den Alltag mit reindrängt, also dass der Konsum nicht ausschließlich zur sexuellen Stimulation verwendet wird sondern das der Konsuum immer mehr Raum im Alltag einnimmt.
00:07:31: Man Dinge vernachlässigt bei der Arbeitrandent beispielsweise auch innerhalb wenn man sie in einer Beziehung gibt sich dort auch immer mehr zurückzieht.
00:07:41: Das sind so typische Kennzeichen, woran man erkennen kann oder wo man vielleicht merkt dass der Konsum immer mehr problematisch wird und immer mehr mehr Problemen behaftet ist.
00:07:53: Ich würde dich gerne noch mal fragen, Eddy was hat die Situation mit dir persönlich nochmal gemacht?
00:07:58: Ein bisschen hast du etwas schon gesagt aber wie hat das dein Wohlbefinden auch?
00:08:04: also du hast was über den Beruf auch gesagt Dass du das so ein bisschen vernachlässigt hast.
00:08:10: Wie genau hat es auch dein Miteinander mit anderen beeinflusst, deinen Alltag?
00:08:15: Wie können wir uns das vorstellen?
00:08:19: Wie viele Stunden zum Beispiel hast du damit verbracht?
00:08:21: also wie sah dein Alltag aus?
00:08:23: Naja, es hat sich eine gewisse Litagi eingeschlichen bei mir.
00:08:27: Also vor allem auf Arbeit.
00:08:29: irgendwie habe ich mich als wäre ich in so einem Loch und wie gesagt Obwohl ich sehr viele Aufgaben hatte und Führungsaufgaben hatte, hat mich das weniger interessiert.
00:08:42: Es gibt tatsächlich Pornos suchtige die dann tatsächlich wirklich Stunden damit verbringen auch eben klar privat zu Hause eben Pornes zu konsumieren und stundenlang nach dem perfekten Moment nach den perfeksten Pornen zu suchen.
00:08:57: Das war bei mir sehr selten der Fall gab es aber auch tatsächlich.
00:09:02: Bei mir war es einfach die Häufigkeit.
00:09:03: Es war meistens täglich, manchmal auch zweimal am Tag, manchmal nur vier bis fünf Mal die Woche.
00:09:11: Das war unterschiedlich, je nach Lust und Laune.
00:09:15: Und ich habe das nie stark analysiert.
00:09:18: Ich hab mich selber nie analysiert, wo kommt das her?
00:09:20: Warum brauche ich das überhaupt?
00:09:23: Wenn's mir schlecht geht, wenns mir gut geht ... Wenn mir langweilig ist, hat mich nicht interessiert.
00:09:29: Der Trigger war da und fertig.
00:09:32: Und ja ansonsten ich habe zum Beispiel gerne dann meine Familie schon mal irgendwo hin vorgeschickt, wenn wir eingeladen waren.
00:09:38: Ich meinte ich komme nach.
00:09:39: Wir haben zwei Autos also ist meiner Frau vorgefahren.
00:09:41: teilweise bin in meinem Auto hinterher gefahren einfach um Zeit für mich zu haben sozusagen.
00:09:47: Um gestört mich sozusagen um mich selbst zu kümmern.
00:09:51: Was ich nicht hatte, muss sich ganz ehrlich gestehen.
00:09:54: Aber das ist ja auch... Jeder Mensch ist ja unterschiedlich.
00:09:56: Viele Propornosüchtige haben ständig so einen Schamgefühl sehr stark ausgeprägtes.
00:10:02: Ich muss ehrlich zugeben, dass war bei mir nie der Fall.
00:10:05: Wie gesagt, ich weiß nicht warum es so ist aber dieses Scham-Gefühl war nie da Sondern damals als diese wie gesagt die Offenbarung, wie ich sie nenne Als das kam War eher sehr viel Ja schon irgendwie Wut und Trauer Das, was ich gespült habe auf mich selbst.
00:10:20: Auf die Krankheit aber irgendwie war das Scham gefühlt tatsächlich bei mir und es hat das war hat nun nie eine Rolle gespielt.
00:10:25: Ich weiß aber bei sehr vielen anderen Betroffenen spürt ist ne sehr zentrale Rolle
00:10:30: Und Karina hat ja gesagt dass ihr der Sex und so auch gefehlt hat.
00:10:35: Wie war das für dich?
00:10:36: Ist dir das überhaupt aufgefallen?
00:10:37: Hat dir irgendwas gefehlte?
00:10:39: also ich wusste das natürlich.
00:10:40: Klasia hat sie auch immer geäußert teilweise geweint und wir uns gestritten deswegen.
00:10:45: Und wir hatten natürlich auch immer wieder Sex, aber halt wirklich selten manchmal auch über Wochen gar nicht.
00:10:51: Mir hat es dementsprechend nicht gefehlt weil ich hatte diese sexuelle Energie schon woanders los geworden bin und dementsprechend habe ich mich wohl gefühlt.
00:11:03: dennoch war mir nicht klar dass das ein Problem ist.
00:11:05: also wirklich ja
00:11:08: Karina, magst du vielleicht noch mal erzählen wie es dir persönlich mit dieser Situation ging?
00:11:12: Was hat das mit dir gemacht?
00:11:14: Ja, das ist ein sehr schweres Thema gewesen für mich.
00:11:17: Ich hab's nicht verstanden.
00:11:18: da ich die Person geheiratet habe, die ich über alles geliebt habe, mit der ich alles teilen wollte und auch in die Intimität ausleben wollte.
00:11:28: Habe ich mich gewundert!
00:11:30: oft irgendwie abgestoßen gefühlt von ihm.
00:11:33: Nicht gesehen, nicht wertgeschätzt, hab viel auf mich genommen oder dachte okay vielleicht durch die Kinder, durch die Schwangerschaften und durch die körperliche Veränderungen bin ich nicht attraktiv, gefalle dem Mann nicht mehr.
00:11:47: also ich habe einiges auf michgenommen und dachte es liegt an mir da ich nicht wusste dass das eine Sucht ist.
00:11:54: das haben wir ja auch am Anfang nicht so empfunden.
00:11:58: Oder es wurde von mir, wie heißt das?
00:12:01: Wer versteckt ausgelebt.
00:12:06: Ja, es ist sehr verletzend gewesen für mich.
00:12:09: Ich hab oft geweint oder wenn der Eddy nicht da war, habe ich recherchiert.
00:12:14: Da entstand auch eine Art Kontrollsucht, dass ich geschaut habe, wo er ist und was macht er?
00:12:20: Ich hab sein Handy konsoliert.
00:12:21: Manchmal die Online-Internet-Browser-Verläufe geschaut, ob er vielleicht irgendwelche Kontakte aufgenommen hat.
00:12:34: Ich muss sagen, so richtig fast krank eifersüchtig auf alles.
00:12:38: Und hab irgendwie versucht herauszufinden, woran liegt das denn?
00:12:44: Wenn ich dich so reden höre, kann ich richtig spüren, dass das eine richtige Ohnmacht und eine Hilflosigkeit ist.
00:12:49: Ganz genau so war das auch, weil man das Problem nicht greifen konnte.
00:12:54: Man kannte es nicht.
00:12:55: Und wenn wir uns darüber unterhalten haben, hieß es Ich lieb dich doch über alles?
00:13:00: Was willst du ... Vielleicht hast du ein Problem!
00:13:03: Das wurde auf mich gespiegelt, dass ich ein Problem habe, weil ich einfach ganz normale für mich Erwartungen hatte.
00:13:10: Und ich musste mich ständig damit durchboxen.
00:13:14: Das war sehr hart.
00:13:15: Und auf dein Selbstbild hat sich das ja auch ausgewirrt, selbst Zweifel?
00:13:19: Sehr große Zweifeln was mein Körperbild angeht wie ich ausschaue.
00:13:23: also Ich bin fast in eine Depression verfallen hab tausende Dieten gemacht weil ich dachte okay ich muss etwas an mir ändern damit ich ihm gefalle.
00:13:33: Ja da gab es einiges
00:13:35: Eddi Wie ist das für dich das zu hören dass Karina und wahrscheinlich auch viele andere Angehörige das so erleben?
00:13:43: Das ist natürlich überhaupt nicht schön, das war ja auch damals eben als ich es verstanden habe.
00:13:49: War das ganz klar?
00:13:50: Auch ein Schmerz dass sich meine Frau so etwas angetan habe unbewusst aber dann doch über Jahre hinweg Dass ihr Selbstwertgefühl einfach komplett verschwunden ist oder sehr sehr Ja doch was verschwundene ist.
00:14:06: also sie hat alles angezweifelt wie sowieso gesagt hat sich selbst in erster Linie.
00:14:13: Da hab ich natürlich schon sehr, sehr starke Schuldgefühle gehabt.
00:14:16: Inzwischen geht's mit auch besser und sie hat ja auch mehr Verständnis jetzt für diese Krankheit, für die Sucht.
00:14:24: aber dennoch kommt heute noch ein Zug auf manchmal aus dem Nichts so eine Wut für all diese Jahre.
00:14:31: Das waren wirklich viele, viele Jahre was ich auch verstehe.
00:14:35: also es ist zwar dann nicht einfach man denkt sich okay wir haben doch schon achtzigtausendmal darüber gesprochen.
00:14:42: Danke dir, Gordon.
00:14:43: Jetzt haben wir schon ganz viel gehört wie sowohl Betroffene als auch Angehörige die Situation erleben.
00:14:49: Hast du noch Ergänzungen?
00:14:50: Wie betroffenen oder auch An gehörige... ...wie sie das erleben welche Belastungen es da gibt?
00:14:56: Vielleicht als ersten Punkt nochmal zu oder für Angehöregeperson.
00:15:03: Ich glaube was man wirklich nicht unterschätzen darf.
00:15:05: wenn dieses Thema exzessiven Pornografie-Konsum
00:15:09: aktuell wird
00:15:11: steht auf einmal so das Thema Sexualität auch mit dem Raum, damit man sich auseinandersetzen muss.
00:15:16: Was vorher vielleicht irgendwo an der Seite irgendwie stand und man hat sich eingerichtet wo es denn eben nicht nur um das Thema Sucht geht sondern ganz stark auch um das thema-Partnerschaft wie möchten wir miteinander leben?
00:15:30: Wo liegen unsere Dürfnisse und ist erstmal so ganz unabhängig von der Sucht.
00:15:37: Also das finde ich ist immer so ein ganz, ganz starkes Thema und auch bei den Betroffenen selbst.
00:15:43: Das haben wir jetzt von Eddie schon gehört, dass der Suchtverhalten an sich aber natürlich kommen dann die Themen, die hinten dranstecken werden auf einmal Sichtbarer, die ich vorher eben durch den Pornografie-Konsum versucht habe, zur Seite zu schieben da sie immer bei der Partnerschaft sein, aber so eine generelle Unzufriedenheit gegebenfalls im Leben.
00:16:08: Wie gehe ich mit meinen Gefühlen um?
00:16:10: Was möchte ich eigentlich, sodass das Suchtverhalten erst mal nur die obere Spitze des Eisberges ist und häufig dadurch durch oder in der Auseinandersetzung auch eine unglaubliche Chance bietet für sich zu gucken, wie lebe ich gerade?
00:16:29: Wo möchte ich hin und was möchte ich vielleicht auch verändern.
00:16:33: Das ist der ... die perfekte Überleitung, Gordon Danke!
00:16:37: Ich würde gern von euch wissen, was euch geholfen hat mit der Situation umzugehen und wirklich etwas zu verändern.
00:16:45: In erster Linie, wie gesagt das Verstehen dass man ein Problem hat ganz klar, das ist ja erstmal die Grundlage dass darüber sprechen, also offen drüber sprechen.
00:16:56: Wobei da muss ich auch zugeben das war jetzt nicht direkt nachdem ich es verstanden habe aber das ist immer noch nicht der Fall.
00:17:01: also... Ich war schon sehr verschlossen und das war halt mein Problem.
00:17:05: alles war meins und ich wollte nicht viel zu offen darüber reden Und wie gesagt ich hatte mich ja nie selbst analysiert.
00:17:12: Also ich konnte auch erstmal gar nicht viel darüber reden weil ich gar nicht wusste was ich sagen soll.
00:17:16: Klar ich hab mir dann damit beschäftigt, ich hab Bücher gelesen, hab Podcasts angehört.
00:17:21: YouTube-Videos gibt es inzwischen auch in englischer Sprache noch mehr als auf Deutsch, aber das kommt jetzt immer mehr auf Deutsch.
00:17:28: Und zu guter Letzt dann, als wir nach Berlin gezogen sind relativ schnell durch die Caritas eben diese Selbsthilfegruppe gefunden und das hat mir tatsächlich auch sehr, sehr gut getan mit anderen Betroffenen einfach ganz offen darüber zu reden ihre Story zu hören, ihre Struggles oder Probleme zu hören zu verstehen und selber einfach offen drüber zu reden.
00:17:48: Und auch noch die Tatsache, dass wir überhaupt jetzt darüber sprechen.
00:17:51: Dass es nicht mehr dieses Geheime ist mit meiner Frau drüber zu sprechen.
00:17:56: Auch das hat sicherlich geholfen und hilft auch weiterhin tatsächlich.
00:18:01: Danke ich habe gerade die Zeitwächterin gesehen.
00:18:05: Ich hätte jetzt noch viel mehr Fragen an euch.
00:18:08: Genau, ich würde das Ganze jetzt noch mal kurz zu einem runden Abschluss bringen.
00:18:12: Mit der Frage was ihr vielleicht anderen Menschen mitgeben wollen würdet die sich in dem Thema wieder erkennen?
00:18:17: Sowohl als Betroffenen als auch als Angehörige.
00:18:19: Ja also tatsächlich sollte man das Thema super ernst nehmen und sich hinterfragen habe ich wirklich ein Problem oder mache einfach nur Pornos Und unbedingt sich Hilfe holen Sich damit beschäftigen online um es zu verstehen?
00:18:35: Es gibt da auch glaube ich auf der Charitaseite sogar so eine Art Test die dann einen sagt, ja du hast ein Problem oder nee ist alles gut so in der Art.
00:18:42: Also auf jeden Fall sich damit beschäftigen und sich Hilfe holen.
00:18:45: ich denke alleine schafft man das nicht.
00:18:46: Danke Karina!
00:18:49: Ich kann auch jedem empfehlen oder jeder Angehörigen oder Angehürigen dass er eine Selbsthilfegruppe besucht oder danach sucht da es enorm viel bringt.
00:19:01: Also diese Unterstützung, es herauszulassen, endlich darüber offen zu reden.
00:19:05: Da es lange ein Tabuthema war – das hilft.
00:19:09: dieser Austausch ist Gold wert und das nimmt so viele Unsicherheiten weg und unterstützt online.
00:19:18: Ich danke euch für eure Offenheit und eure Perspektiven, eure alle dreien!
00:19:23: Wir haben heute gehört wie unterschiedlich sich problematischer Pornokonsum zeigen kann im eigenen Erleben, in Beziehungen, im Alltag aus fachlicher Sicht.
00:19:33: Und gleichzeitig wurde deutlich wie stark Themen auch – auch wenn das jetzt bei dir nicht zutrafft – Scham und Unsicherheit eine Rolle spielen können?
00:19:43: Wie wichtig Austausch und Unterstützung sind!
00:19:46: Wenn ihr betroffen seid und euch angesprochen fühlt, ihr seid damit nicht allein.
00:19:52: Danke euch fürs Zuhören bei Echte Stimmen.
00:19:54: Das war jetzt nur ein kleiner Einblick in das Thema, was wir in unserer letzten Podcast-Folge ausführlich besprochen haben.
00:20:01: Die Folge zum heutigen Thema ist bereits online abrufbar.
00:20:04: Dafür haben wir drei ausführliche Interviews geführt und am Infostand der jungen Selbsthilfe da drüben könnt ihr euch Kopfhörerleihen den QR Code am Standscan und Ausschnitte aus vier Folgen auf der Liegewiese hören Und alle Folgen könnt ihr auch auf der Website echte-stimmen.de finden und über alle gängigen Podcastplattformen.
00:20:25: Viel Spaß dabei, und einen schönen Tag euch allen noch!